Freitag, 1. Juni 2018

Meine Tür und mein Schwert (erneut vom Mai 2017, weil oft danach gefragt wird)

Wir lernen momentan viel über das Reich Gottes. Es entblättert sich mir mehr und mehr, warum die frohe Botschaft tatsächlich froh machend ist und was das Wort Gottes mit meinem täglichen Leben zu tun hat. Manchmal erkenne ich, dass ich jahrelang an einer reich und wundervoll gedeckten Tafel gesessen bin, aber nur nach den Krümeln gegriffen habe, die in meine Nähe gefallen sind.

Dabei bin ich nicht nur eingeladen, sondern Tochter des Königs, der diesen Tisch gedeckt hat. Ich darf und kann mir von allem nehmen. Mehr noch - ich darf mich selbst sättigen und rechts und links austeilen. Und sogar noch mehr - ich habe das Recht und die Verantwortung als Kind des Hauses, anderen gegenüber die Gastfreundschaft meines Vaters zu leben. Ich darf selbstbewusst und mit frohem Herzen aufblicken und alles betrachten und auch ergreifen was vor mir liegt. Ich darf andere zu dem Fest einladen, weil ich weiß, dass mein Vater mir vertraut und dass meine Gäste auch seine Gäste sind. Alle Versorgung kommt von ihm. Und alles was sein ist, ist auch mein. (Lukas 15,31)

Viele von uns, auch ich für lange Zeit, leben im Reich Gottes wie Knechte, die glauben alles erbitten  zu müssen und für jeden Schritt eine Handlungsanweisung oder Erlaubnis von Gott brauchen. Das entspricht aber nicht der guten Nachricht und hat nichts mit dem zu tun, was Jesus tatsächlich für uns getan hat. Er hat uns aus der Knechtschaft befreit und frei gemacht als Kinder Gottes in die liebevolle Beziehung zu unserem Vater einzutreten.

Das solltest du Dir einmal ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen und in Dich hineinspüren, ob du das tatsächlich glaubst. Denn so steht es in der Bibel, in seinem Wort. Jesus spricht beständig davon, dass das Reich Gottes nahe herbei gekommen ist und bereits mitten unter uns ist. Und er sagt auch, dass wir Kinder Gottes sind (u.a. Röm 8,16)...
Diese Wahrheit wirklich für mich anzunehmen, hat weitreichende Konsequenzen. Viel weitere Konsequenzen als zumindest ich es bisher gesehen, geschweige denn gelebt habe. Als Kind im Haus meines Vaters kann ich mich völlig frei bewegen. Ich darf so vieles tun, ohne fragen zu müssen. Weil es selbstverständlich ist. So habe ich auch Vollmacht, weil der Vater sie mir gegeben hat. Durch Jesus. Es gibt Diener in Reich Gottes, die nicht nur Anweisung von mir befolgen werden, sondern mehr noch - sie sind um mich, um mir jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Ich darf in völlig selbstverständlicher Vollmacht handeln und sprechen. Und ja - der Vater erzieht mich dazu, dass ich diese Vollmacht weise gebrauche. Und er erzieht in Strenge, weil er weiß, was für mich am besten ist.  Ich gebe zu, dass es ein langsamer Prozess ist - ein Erkenntnisprozess. Aber jeder kleine Schritt in diesem Prozess hat die Kraft einer Explosion.

Soweit die Theorie - jetzt Mal ein Beispiel aus meinem Alltag.

Seit ein paar Wochen hängt folgendes am Bett unseres Sohnes,
Psalm 23

Wir haben ein paar Psalmen aufgeschrieben und bebildert. Das kam daher, weil wir schon vor einigen Monaten eingeführt haben, dass wir beim Abendgebet kurz still werden und hören, was Gott uns zu sagen hat. Unser Sohn liebt das. Aber gleichzeitig habe ich gemerkt, dass unser abendliches, immer gleiches Ritual begonnen hat ihn zu langweilen. Er wurde unruhig, hat wo er konnte abgelenkt, gealbert - ich schätze die meisten Eltern kennen das. Und wir haben vor einiger Zeit gehört, dass wir unsere Kinder nicht unterfordern sollen, weil sie einen reifen Geist haben. Und dieser Geist braucht Nahrung, braucht das Wort Gottes - ebenso wie der unsrige. Wir sind also drauf gestoßen, dass es eigenartig ist, mit ihm zu üben auf Gottes Stimme zu hören, wenn wir ihn nicht gleichzeitig mit Gottes Wort füttern - damit er die Stimme des Vaters erkennen lernt.
So kam es zu diesem Psalm.
Und wir sind echt verblüfft, wie sehr sich unser Abendgebet gewandelt hat. Unser Sohn liebt es. Er kann diesen bereits auswendig. Mal trägt er vor und Mami und Papi sprechen nach, mal anders herum. Psalm 100 hängt auch bereits und das tolle ist - diese Nahrung geht nicht so schnell aus und darum wird's auch nicht langweilig.

Aber zurück zu meinem Erlebnis. Letzte Woche Mittwoch war wieder so eine Nacht, in der ich des öfteren aus dem Schlaf gerissen wurde und es endete damit, dass unsere beiden Söhne meine Seite des Ehebettes belegten und ich ins Kinderzimmer zog. In solchen Nächten kommt das übelste aus meinem Inneren zum Vorschein. Ich war wütend, grantig, voller Selbstmitleid und gefüllt mit aggressiver Energie - lauter Dinge die mich schaudern lassen.
Ich habe mich also in das Bett meines Sohnes geknüllt und angefangen mit Gott zu hadern. Voller Anklage, aber auch voller Verzweiflung darüber was in den untiefen meiner Seele für ein Schweinehund lebt. Irgendwann hatte ich die Selbstanklage satt und bin zum Kampf übergegangen. Das einzige was mir einfiel war Psalm 23. (Toller Nebeneffekt des Abendgebets ist nämlich, dass nicht nur unser Sohn die Verse auswendig kann...)
"Der Herr ist mein Hirte..." wiederholte ich immer wieder und schließlich: "Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde." Ich habe diesen kleinen Satz immer wiederholt und mich daran festgeklammert.
Und plötzlich ist eine Tür aufgegangen.
Whow!!
Ich habe zum ersten Mal bewusst eine Tür ins Wort Gottes gefunden. Mein Tor. Meine Tür.
Ich saß plötzlich an diesem Tisch. Und Jesus saß neben mir. Ich wusste, dass er da ist, aber meine Augen waren auf diejenigen gerichtet, die ebenfalls in dem Psalm erwähnt werden: meine Feinde.

Und zum allerersten Mal wurde mir bewusst, wer meine Feinde sind. Ich sah sie alle: den Stolz, den Egoismus, den Grant, die Wut, das Selbstmitleid, die Selbstanklage (echt dunkel) und viele mehr. Mir wurde bewusst, dass die Feinde in meinem Innern viel schlimmer sind als es äußere je sein könnten; weil sie mir den inneren Frieden rauben. Mein Blick war auf meine Feinde gerichtet und mein Blick gefangen in allem, was ich sah.
Und dann hat mich jemand sachte am Arm berührt und ich habe die Augen von meinen Feinden los gerissen und auf den Tisch geblickt, an dem ich saß. Jesus war es, der mich angetippt hatte und er deckte Platten und Töpfe vor mir auf. Sie waren bis zum Rand gefüllt mit Sanftmut, Friede, Gelassenheit, Kraft, Freude, Milde, Ausdauer, Humor und was mein Herz noch alles begehren konnte. Und weil es Realität und nicht Fantasie war, weil das Wort wahr ist, konnte ich zugreifen und mir nehmen.
Das spannende war: meine Feinde waren nach wie vor da. Ich konnte sie immer noch sehen. Aber es war meine Entscheidung, wo ich meine Augen hin ausrichte und meinen Fokus drauf lege. Und sie hatten keine Macht mehr über mich. Ich bin mit voll bepackten Armen wieder ins Bett meines Sohnes gekrochen und dann irgendwann friedlich eingeschlafen.
Ab dem nächsten morgen hat Epheser 6,17 für mich eine neue Dimension angenommen. denn ich habe mein persönliches Schwert bekommen: "Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde." Und allein dadurch, dass ich dieses Wort festhalte, gewinnt es mehr und mehr Realität. Und wenn ich beginne den Feind damit zu schlagen, wird und muss er weichen. Es ist mir völlig neu erfahrbar geworden, dass Jesus, das lebendige Wort, eine Türe ist. Und das ich tatsächlich durch diese Türe treten kann und mich auf der anderen Seite - im Reich Gottes - frei bewegen kann. Hier wie dort.

Für wen das abstrakt klingt - ich kann euch nur ermutigen. Es war lange abstrakt für mich.
Aber ER ist auch deine Tür und es gibt ein Wort, dass zu deinem Schwert werden kann. 

Ich bete heute, dass du dein persönliches Schwert findest und lernst es zu verwenden!!

Dienstag, 29. Mai 2018

Mutterleib, Leben und Weiblichkeit

Der HERR hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt. (Jes. 49,1)


Ich trage ein Kind unter dem Herzen. 
28. Woche.
Es streckt und bewegt sich regelmäßig und macht sich deutlich bemerkbar. 
Ich beobachte, wie mein Bauch sich beult und bewegt und mit jedem Tag wächst die Freude auf die Ankunft dieses kleinen Menschen. 
Mein Körper geht an seine Grenzen, um diesem kleinen Wesen Raum zu bieten im Werden. 
Dieses Kind nimmt diesen Raum ganz selbstverständlich ein und wird in wenigen Wochen heraus kommen und diese Welt erobern.

Und dieses Kind ist schon jetzt berufen. 
Der Herr kennt seinen Namen und weiß um jedes Haar auf seinem Haupt. 
Er ruft es beim Namen!

Beim Namen gerufen!


Mein Herz und meine Augen weinen für all die Kinder, die sich nie bemerkbar machen dürfen, deren erste Seins-Anzeichen nicht mit Freude begrüsst werden und die lange bevor sie den Bauch ihrer Mutter ausbeulen dürfen, ihres Lebens beraubt werden. 
Es zerreißt mich förmlich innerlich, wenn ich über die Entscheidung Irlands nachdenke und was diese über uns Menschen und unsere Zeit aussagt - ja mehr noch - was sie zu mir spricht, die ich ein Kind in meinem Leib trage und freudig erwarte. 
Einen Trost habe ich jedoch. 
So wie das meine, so ist jedes dieser Kinder, schon zum Zeitpunkt seiner Entstehung, von unserem Vater im Himmel beim Namen gerufen worden. 
Jedes einzelne hat einen Namen - eine Identität. 


Einzigartig!


Danke Inka für deinen bewegenden Blog Leben schenken, der mich tief getroffen hat und mich auf die Knie zwingt und einstimmen lässt in dieses Gebet um eine neue Weiblichkeit. Um eine neue Offenbarung dieser Schönheit und Kraft. Im Blick auf das Kind in meinem Leib frage ich mich, ob es ein Junge oder ein Mädchen sein wird. Und wenn es ein Mädchen wird, dann bete ich noch inständiger, dass es in eine Welt hineingeboren wird, in der der Wind des Zeitgeistes sich wendet und das Leben wieder als das gesehen wird was es ist: einzigartig, empfangenswert, geschenkt.  Eine Welt, in der Frauen wieder entdeckt haben, was sie so erstaunlich und wundervoll macht und eine Welt in der Frauen und Männer diese Schönheit wieder umarmen, anstatt sie abzulehnen. Frauen dürfen dem Leben Raum geben. Mit ihrem Körper, aber noch weit darüber hinaus. Jede Frau trägt diese besondere Fähigkeit in sich, Leben Raum zu geben und wachsen zu lassen - ob sie nun leibliche Kinder bekommt oder nicht. Die Dehnbarkeit einer Frau - körperlich wie geistig - ist unfassbar und wunderbar. Ich preise Gott dafür!

Ich bete heute für Euch Frauen, dass ihr den Raum in Euch entdeckt und geniesst, in dem Leben gedeihen darf! 

Dienstag, 15. Mai 2018

Ein Herz für Ehen

Schon seit langem haben Con und ich das Thema Ehe aufs Herz gelegt bekommen. Wir haben solche Freude an unserer eigenen Ehe, erfahren jeden Tag neu, wie herausfordernd und schön es ist eine Ehe zu leben. Wir dürfen die Gnade, die aus dem Sakrament der Ehe fließt und die Tatsache, dass wir Jesus in unser Mitte haben immer wieder neu erleben. Von unserem turbulenten und nicht ganz gewöhnlichen Weg in die Ehe durften wir bereits mehrmals Zeugnis ablegen und langsam aber sicher dürfen wir in die Arbeit mit Ehepaaren und in der Ehevorbereitung hineinwachsen.

Con segnet mich am Tag unserer Hochzeit

Am vergangenen Wochenende durften Con und ich auf einem Seminar von Liebe Leben mitarbeiten. Wir haben dafür im Februar eine Ausbildung gemacht und jetzt erstmalig als Mitarbeiter an einem solchen Seminar mitgewirkt. Ich bin noch ganz erfüllt von den Tagen. Es war faszinierend und wundervoll zu sehen, was mit Ehepaaren passiert, die sich drei Tage Zeit nehmen um aufeinander und auf die eigene Ehe zu blicken. Es ist schön zu sehen, wie Brautpaare strahlen, tief berührt werden und ihre Freude auf die Eheschließung größer wird und an Klarheit gewinnt. Besonders beeindruckt haben mich die Paare, die noch nicht verlobt waren, sondern sich einfach in ihrer Freundschaft den Fragen nach der Ehe ausgesetzt haben. Lang verheiratete Paare haben in diesen Tagen ganz neue Gesichter bekommen und sich sichtlich neu für ihren Ehepartner und die gelebte Liebe zu diesem entschieden. Wir durften mehrere Paare in den Tagen begleiten und erleben, wie der Heilige Geist Herzen öffnet, Freude sprudeln lässt, Verlangen neu erweckt, Licht in dunkle Bereiche bringt und tiefgehende Heilung in den Beziehungen schenkt.

Hochzeit ist schön, Ehe noch schöner


Unser Herz brennt für die Ehe und darum möchte ich an dieser Stelle einmal allen Ehepaaren zurufen:

Nehmt Euch Zeit für eure Ehe! 

Jetzt - nicht erst dann, wenn diese in die Krise gerät. Wir kennen viele Ehen, die gut sind, aber nicht das Potential ausschöpfen, welches in sie hineingelegt ist und welches vor allem Gott in ihrer Ehe sieht und freisetzen will. Eine Ehe ist nicht etwas, was nebenher läuft und dabei immer besser wird. Nein - unser Ehepartner hat es verdient, dass wir die Ehe immer und immer wieder in den Mittelpunkt stellen und investieren. Wir brauchen Zeit dafür und den Willen und das Wissen, dass es immer ein Stück tiefer, intensiver, schöner und besser geht als das, was wir bereits haben. Und es lohnt sich so sehr diesen Raum immer wieder zu schaffen und Zeit frei zu räumen - nur für die Ehe.

↦ Vor allem, wenn man Kinder hat.
Wir sind überzeugt, dass man seinen Kindern keinen größeren Gefallen tun kann, als an der eigenen Ehe zu arbeiten und der Liebe zum Ehepartner mehr und mehr Raum und Priorität zu geben.

Wunderbare Gelegenheiten findet ihr hier:
Team.F, Liebe Leben oder Craheim

Heute bete ich für Euch Ehepaare - das Eure Sehnsucht nacheinander größer wird und ihr heute einen Moment inne haltet und dem Gedanken nachgeht, wie ihr Zeit und Raum für Eure Ehe freiräumen könnt!

Montag, 30. April 2018

Mutterschaft und Zitronen

Manchmal ist es wie mit Zitronen. Sie schauen wunderschön aus, verlockend und erfrischend - vor allem, solange sie unerreicht hoch am Baum hängen. Pflückt man sie, dann sieht man schon ihre unterschiedliche Beschaffenheit, die Unebenheiten und auch kann man nicht einfach rein beißen und sie genießen. Man muss sie erst ausquetschen, um an den guten Saft zu kommen und auch dieser ist im ersten Moment sauer und fast ungenießbar. Fügt man jedoch wenige Zutaten hinzu, so bekommt man die schönste Limonade, die eine ganze Familie mit Freude und Vitaminen versorgt. 


Zitronen
Manchmal kommt mir Mutterschaft, ohne die Hilfe des Heiligen Geistes, vor wie Zitronen - reich an wertvollen Dingen, aber nicht richtig genießbar. Ohne sein "Ausquetschen" und ohne seine "Zutaten" bleibt das Muttersein oft sauer und irgendwie ungenießbar. Vielleicht hinkt der Vergleich etwas aber mich machen meine Kinder einfach immer wieder "sauer" und, ich zumindest, brauche dringend den Input des Heiligen Geistes, damit daraus etwas Wohlschmeckendes und Schönes wird.

Viele Jahre meines Lebens habe ich damit verbracht das Muttersein ausschließlich wie die noch am Baum hängenden Zitronen zu betrachten - wunderschön anzusehen, begehrenswert und auch scheinbar unerreichbar weit weg. Da wusste ich noch nichts von der wahren Beschaffenheit und wie schmerzhaft es sein kann ausgequetscht zu werden, wie sauer und voller Kerne der Inhalt sich gebärden kann. Aber ich wusste auch nicht wie köstlich es tatsächlich ist, wenn die passenden Zutaten dazu kommen, Kinder erblühen, Freude und Lachen hervor quillt und man die Frucht des Prozesses regelrecht schmecken kann. 

Und dann wird Limonade draus

Konkret hatte ich gerade einige "saure" Tage. Unser Baby wächst und gedeiht, aber durch den dicker werdenden Bauch wird einiges beschwerlicher. Mit meinen munteren und sehr aktiven Buben bin ich voll gefordert und ich komme eigentlich jeden Tag an meine körperlichen und nervlichen Grenzen. Da braucht es oft nur Kleinigkeiten und schon sitze ich in einem gedanklichen Sumpf, aus dem ich mich nur schwer selbst herausziehen kann. (Da bin ich in einem Prozess. Dankenswerter Weise nimmt mein Mann seine geistige Autorität wahr, zieht mich immer wieder raus und hilft mir zurück unter den Baum des Lebens zu kommen - aber das Thema wäre einen eigenen Blog wert!)

Unser zweiter Sohn Linus hat gerade eine ausgeprägte Nein-Phase. Seine Phantasie und deren unnütze Ausführung kennen keine Grenzen - immer wenn es einmal angenehm leise wird, klingeln in meinem Hinterkopf die Alarm-Glocken. 
Sodann finde ich ihn auch regelmäßig irgendwo selig experimentierend und mir ein stolzes "Lini-selber-macht" entgegen schleudernd, während er beispielsweise mit der neuen Seife das Bad "putzt" oder ich gerade noch verhindern kann, dass er mit dem größtmöglichen Küchenmesser Apfel und Finger gleichzeitig in Stücke schnibbelt. Wenn das am Nachmittag passiert, wo meine Reserven drohen zuneige zu gehen, und mein Ältester gleichzeitig beschließt, heute wegen irgendeines Themas auf Konfrontation zu gehen, dann kracht es in unseren vier Wänden gewaltig und von Gottes Königreich ist weit und breit nichts zu sehen und zu spüren. Oft sind dann zwei von uns in Tränen - wobei es eher selten die beiden Buben sind. Dann sehne ich mich für einen ganz kurzen Moment zurück an den Zeitpunkt, wo Mutterschaft noch eine verlockende, ferne Frucht hoch am Zitronenbaum schien und ich nichts von ihrer konkreten Beschaffenheit wusste.

Solche Szenen sind wahrscheinlich jeder Mutter mehr oder weniger bekannt. Der Hormoncocktail einer Schwangerschaft tut das Seinige dazu und so bin ich regelmäßig an dem Punkt, wo ich nicht weiter weiß. Und dennoch ist mir im tiefsten Inneren klar, dass genau hier und genau in solchen Momenten Gott jede Versorgung für mich bereit hat, dass es sein Herz und Wille für mich ist, dass aus meinen Zitronen köstlichste Limonade wird. Er ist hier - in meinem Mutter-Sein. Nicht nur dann, wenn es schön ist. Nur ich bin nicht immer so positioniert, dass ich auch empfangen kann, was er mir anbietet. 

Anders vor ein paar Tagen, als mich folgender Bibelvers ansprang: 

"Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! 
Ich will euch erquicken." Matthäus 11.28

Ich wusste, dass er in diesem Moment zu mir spricht: 
"Gib her Isi, was dir mühselig ist und dich drückt. Vertrau mir deine Buben an. Deine Ausbrüche werden ihnen nicht schaden. Sie können deine dünnen Nerven aushalten. Ich bin hier um Dich dich zu erquicken!" 
Und er spricht weiter: 
"Nimm mein Joch auf dich und lerne von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und du wirst Ruhe finden für deine Seele.
Er weiß genau, dass ich in diesem Moment nur sehr laut höre: 
"Nimm mein Joch auf Dich" 
und dabei innerlich aufseufze, deswegen spricht er nochmal deutlicher: 
"Mein Joch ist sanft, Isi, meine Last ist leicht!! Gib mir, was dich drückt und nimm von mir, was du brauchst. Ich versorge Dich..." 

Da kommt Leo rein, dem ich zuvor unter Tränen erklärt habe, dass Mamis Nerven heute hauchdünn sind, streckt seine Arme aus so weit er kann und sagt mit dem Brustton der Überzeugung: "Mami, meine Nerven sind dafür heute soooo dick!!" Ich schließe die Augen, Leo in die Arme und muss lachen und plötzlich bin ich in meinem inneren Garten und Jesus reicht mir ein Glas Limonade. Und ich sehe Jesus lächeln und lerne einmal mehr, dass seine Versorgung oft auf ganz anderen Wegen kommt, als ich es erwarte. Und dann will ich nicht zurück unter den Zitronenbaum, sondern nehme das Glas Limonade aus seiner Hand und genieße die Ruhe in meiner Seele die ich, mit jedem Schluck den ich trinke, empfange. 

Ich bete, dass jede Mutter diese Woche Limonade in Fülle bekommt!

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Achtung:

Diesen Donnerstag ist wieder Fürbitte für Mütter und Familien im Gebetshaus und ich lade Euch ein, zu kommen oder Euch dort wo ihr seid, mit uns eins zu machen und in den geistigen Kampf für die Mutterschaft zu gehen! 

Das Treffen findet ab sofort immer um 10:00 Uhr statt. Der erste Donnerstag im Monat bleibt.

Nächstes Treffen also:

Donnerstag, 3.5. 10:00 Uhr im Gebetsraum des Gebetshauses Augsburg.
Danach gemeinsames Kaffee trinken.

Zum Vormerken: dann wieder am 7.6. um 10:00 Uhr!

Donnerstag, 8. März 2018

Der Herr aber sieht das Herz an

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.
1.Samuel 16,7

Das ist eine beruhigende und beunruhigende Aussage zugleich. Es heißt ich kann nicht verstecken, was in meinem Herzen stattfindet, indem ich meine äußere Fassade poliere und aufputze. Gott sieht mich und Gott erkennt mich. Er weiß um meine Gedanken, meine Sorgen, meine Vorwürfe, meine Zweifel. Und er sieht mein Herz so wie es ist - mit all dem, was ich vielleicht sogar vor mir selbst verbergen möchte, weil ich weiß, dass es nicht schön anzuschauen ist.

Tanten sind was wundervolles

Es heißt aber auch, dass mir egal sein kann, was die Menschen von mir denken. Sie sehen nämlich nur das, was außen ist. Mein Herz bleibt ihnen verborgen. So sieht Gott auch meine gute Absicht, meinen Versuch, meine unzulänglichen Bemühungen. Dieses Wort aus dem Buch Samuel hilft mir dabei, mich immer wieder unter den Blick Gottes zu stellen und nur IHN beurteilen zu lassen, was er sieht. Und ich weiß, dass unter seinem Blick mein Herz sich nach und nach wandelt, weiß und schön wird. Und ich hoffe, dass diese Schönheit dann auch nach außen durchdringt.

Umarmung

Wer ziemlich genau unterscheiden kann zwischen meinem Innen und Außen, sind meine Kinder. Immer wieder zeigen mir ihre Reaktionen sehr viel über mein Herz und das was mein Herz ausstrahlt und unter wessen Blick es gerade steht. Wenn mein Großer rebellisch und zornig auf mich reagiert, dann ist das meist ein Spiegel dessen - auch wenn ich äußerlich beherrscht und wohlmeinend zu sein scheine. Seine Reaktion ist oft genau dass, was in meinem Herzen gerade wirklich stattfindet und meine wohltrainierten Masken beeindrucken mein Kind keineswegs. Dann stehe auch ich nicht unter Gottes Blick, sondern finde lauter andere Blicke auf mir, die mein Handeln bestimmen wollen: Erwartungen, Prägungen, meine eigene Erziehung, Rechthaberei, Unzufriedenheit und auch mein eigener unbarmherziger Blick.
Gerade in den letzten Wochen wurden wir alle mit unseren Herzen sehr konfrontiert. Beide Buben nacheinander krank, Auto eingefroren und wir viel im Haus. Aber weil Gott gut ist, hat er mir dieses Wort geschenkt. Und so kommt es auch vor, dass mein Kleinster die Arme um meinen Hals schlingt und inbrünstig sagt: "Mami, schööön,"und dann weiß ich, dass er in diesem Moment nicht mein Äußeres meint. Und ich ahne, dass Gottes Blick auf mich genau dieser ist: Schöööön!

Ich bete, dass ihr Euch heute unter Gottes Blick stellen könnt und das einfach Mal genießt!!




Dienstag, 6. März 2018

Das Lamm und das Kreuz - eine Bildbetrachtung



 „Die zwölf Tore sind zwölf Perlen; jedes Tor besteht aus einer einzigen Perle. Die Straße der Stadt ist aus reinem Gold, wie aus klarem Glas. Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung ist ihr Tempel, er und das Lamm. Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. Die Völker werden in diesem Licht einhergehen, und die Könige der Erde werden ihre Pracht in die Stadt bringen. Ihre Tore werden den ganzen Tag nicht geschlossen – Nacht wird es dort nicht mehr geben. Und man wird die Pracht und die Kostbarkeit der Völker in die Stadt bringen. Aber nichts Unreines wird hineinkommen, keiner, der Gräuel verübt oder lügt. Nur die, die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, werden eingelassen.“ Offenbarung des Johannes, 21, 21-27

Aquarell von Andreas Felger 


Beim ersten durchblättern der Felger-Bibel hat mich gleich dieses Bild angesprochen. Ich bin daran hängen geblieben. Einmal – mehrmals. Erst habe ich nach einem anderen gesucht, weil ich mir nicht zugetraut habe, über eine Stelle der Offenbarung etwas zu schreiben. Gleichzeitig ist die Offenbarung das Buch in der Bibel, was mich am meisten fesselt und fasziniert. Also habe ich mich hingesetzt und es betrachtet. Dann habe ich den Text gelesen. Und wieder das Bild betrachtet. Und hier folgt, was dabei heraus gekommen ist:

Es ist die Fülle der Farben, die heraus sticht. Es ist bunt, aber nicht grell, weil die Farben sehr sanft sind. Auffallend ist das Lamm, aus dessen Seite Wasser fließt. Klares, blaues Wasser. Es ist Wasser des Lebens, denn dort, wo es hinfließt, wächst ein Baum empor. Der Baum wächst nicht nur, sondern scheint sich zu strecken – nach dem Licht auszustrecken. Und er bringt eine Frucht hervor. Das Lamm ist das Zentrum des Kreuzes - nur angedeutet im hellen Licht, welches das Lamm umgibt.

Es ist wunderschön, welche Unbeschwertheit das Kreuz in diesem Bild hat. Es ist nicht erdrückend, nicht düster, nicht schwer – sondern ganz leicht. Und dennoch ist es so stark, dass es die goldenen Mauern mit Leichtigkeit durchdringt. Und das Lamm selbst scheint Quelle des Lichts zu sein. Wie es im Text auch geschrieben steht: „ihre Leuchte ist das Lamm“.
            Ein untrügliches Zusammenspiel. Das Lamm und das Kreuz gemeinsam sind Jesus Christus. Was mich an dem Bild so anspricht, ist, dass Jesus ganz klar und unmissverständlich in die Mitte gestellt wird. Und das sein Strahlen die Mauer, die ihn umgibt, durchbricht – und zwar mit den Balken seines Kreuzes. Das drückt eigentlich alle Hoffnung aus, die unser Glaube mit sich bringt. Auf ganz einfache und klar verständliche Weise. Weil Jesus an diesem Kreuz für uns gestorben ist. Weil uns dadurch alle Sünden vergeben worden sind. Und weil er für uns auferstanden ist. Weil er mit seinem Tod und mit seiner Auferstehung jede Mauer dieser Welt eingebrochen hat. Weil er uns mit dem Kreuz erlöst hat. Vollkommen.

Jesus selbst ist der Anfang und das Ende und die Mitte, die alles erreicht. Denn das Wasser des Lebens, welches deutlich und klar aus dem Herzen des Lammes fließt, lässt sich nicht von der Stadtmauer des himmlischen Jerusalems einschränken. Nein! Es fließt über alle Schranken hinaus – in alle Zeiten. Auch in meine. In mein Jetzt und Hier.

In der unteren linken Ecke ist es sehr dunkel. Ich stehe da unten. Ich kleiner Mensch. In dieser unserer Welt. Wenn ich mich nach dem Lamm ausstrecke und Jesus annehme, dann darf ich sein wie der Baum, der aus der Ecke des Bildes nach oben emporwächst. Das lebendige Grün des Stammes zieht sich bis ganz unten in die Dunkelheit hinein; bis zu seinen Wurzeln, die fest in dieser Welt verankert sind. Der Baum – und so auch ich – ist getränkt mit dem Wasser, getragen von der Erde und gewachsen in Richtung des himmlischen Jerusalem – der Ewigkeit.

Schön ist auch die Frucht am Baum. In Form und Farbe ist sie den Perlen, die die Tore des himmlischen Jerusalem darstellen, ähnlich. Zu den schönsten Früchten des Glaubens gehören für mich die Freude und die Hoffnung. Die Frucht auf dem Bild ist Rot. Lebendig. Gewachsen. Wir können diese Früchte nicht ohne das Wasser des Lebens hervorbringen. Sie sind Geschenke. Gnadengaben des Lammes. Und doch ist es unsere Entscheidung für Jesus, die uns befähigt diese Früchte hervorzubringen. Weil wir es mitgestalten dürfen, dieses himmlische Jerusalem. Durch ihn – den Heiland. Weil wir in der Ewigkeit nicht verblassen und verloren gehen, sondern ganz lebendig teilhaben am ewigen Leben.

Der Text spricht vom himmlischen Jerusalem. Ich sehe es auf dem Bild innen. In dem goldenen Kasten. Leuchtend. Mit den zwölf Toren, die alle aus einer einzigen Perle sind. Genau, wie Johannes seine Vision beschreibt. Interessant auch, dass ein jeder Mensch durch ein anderes Tor dort hinein gelangen kann. Weil wir verschieden sind. Einzigartig. Und für mich ist das, was man außen herum erkennen kann heute - unser Jetzt und Hier. Und gleichzeitig alle Zeit dieser Welt. Alles was ist und kommen wird – bis Jesus wiederkehrt. In seinen ganz verschiedenen Farben. Und auch seiner Dunkelheit.

Das Wichtigste bleibt das Kreuz, welches es ermöglicht, dass das Wasser des Lebens zum Baum, in die Frucht durch alle Mauern bis zu mir - mir ganz persönlich - fließen kann. Gott hat seinen Sohn auf die Erde geschickt, damit er diese Ewigkeit für uns erreichbar macht. Für jeden Einzelnen. Mich. Denn am Kreuz ist Jesus – das Lamm – für mich gestorben und hat es so wahr gemacht, dass mir meine Sünden vergeben sind und ich einmal ins himmlische Jerusalem einziehen werde.

Vielleicht spricht mich das Bild deswegen auch so an, weil ich genau an diese Erlösung glaube. Und weil dadurch schon jetzt mein Leben erfüllt sein darf vom Licht des Lammes – also von Jesus. Er will auch meine Mitte sein. Und er will aus mir hervorquellen, wie das Wasser. Ich muss nur hinsehen, mich ausstrecken und öffnen…

(Wiedergefundener Beitrag aus "So sehe ich die Bibel" Persönliche Einblicke in das Buch der Bücher, Präsenz-Verlag 2008)

Montag, 5. Februar 2018

Gott - bist du das?

Im zweiten Korintherbrief steht geschrieben, dass wir geistige Waffen haben mit denen wir „alle hohen Gedankengebäude niederreißen, die sich gegen die Erkenntnis Gottes auftürmen“ und dass wir „alles Denken gefangen nehmen, so dass es Christus gehorcht“ (1.Kor 10,4f).
Man könnte auch sagen: so dass es Christus hört!
Oder: so dass wir Christus hören!

Die Frage danach, wie wir die Stimme Gottes hören; wie wir lernen seine Stimme herauszufiltern aus den vielen Stimmen, beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Die Bibel ist voll damit, dass Gott spricht. Und Jesus sagt, dass seine Schafe seine Stimme hören. Es geht mir also nicht um die Frage ob, sondern wie. Denn offensichtlich gibt es auch andere Stimmen, denen wir zuhören und gehorchen können. Es gibt verschiedenste Arten in denen Gott zu uns sprechen kann – außergewöhnliche, unübersehbare, aber auch alltägliche. 

Mir geht es heute um die Alltäglichen. 

Eine gute Freundin, die stark mit Gott unterwegs ist, hat mir einmal gesagt: „Ich hoffe eigentlich nicht ständig darauf, dass Gott LAUT mit mir spricht. Denn wenn seine Stimme lauter wird, heißt das, dass ich auf Abwege geraten bin.“ In diesem Blog möchte ich mich mit der leisen Stimme beschäftigen – der Stimme in unserem Kopf, in unseren Gedanken. Genau der Stimme, bei der ich mich so oft frage, woher sie nun kommt: aus mir selbst heraus, vom Feind oder von Gott? Sind es „nur“ meine Gedanken oder tatsächlich etwas, was Gott mir eingibt? Eben genannte Freundin hat auch einmal gesagt: „Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass mein Geist mit Gottes Geist verbunden ist und deswegen meine Gedanken mit seinen konform gehen. Wenn dem nicht so ist, legt er ein Veto ein!“

Im Römerbrief steht „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist.“ (Röm, 12, 2) Wir KÖNNEN also prüfen und erkennen, was der Wille Gottes ist. Offensichtlich ist es dazu aber nötig, dass wir unser Denken erneuern – was so viel heißt, dass wir uns mit unseren Gedanken auseinandersetzen müssen und herausfinden woher diese stammen. Wo ist ihr Ursprung. Von was/wem sind sie gefärbt. Und lasse ich mich von diesen unabhängig davon leiten, von wem sie stammen?
Eine Lehre aus dem vergangenen Jahr hat mich in diesem Prozess treu begleitet und ist mir zur Waffe geworden, mit der es tatsächlich möglich ist Gedankengebäude niederzureissen, die sich gegen die Erkenntnis Gottes auftürmen.


Eigentlich ist es eine einfache Frage: Wie ist der Charakter dessen der spricht?

Gott - bist du das?




Beginnen wir mit dem Charakter dessen, der verhindern möchte, dass ich Gottes Stimme höre: der Feind.
Er ist in der Bibel gut beschrieben. Er ist der:
Ankläger (Off 12, 10)
Der Ankläger spricht gegen Gott, gegeneinander, gegen uns selbst. Er bringt das große WENN und das WARUM in den Vordergrund. Er hält unsere Gedanken in zermürbender Vergangenheit oder stressiger Zukunft gefangen. „Ich sollte, müsste etc.“ sind oft Symptome des Anklägers, sind sie doch häufig gefolgt von der Selbstanklage und negativen Konsequenz, wenn ich dies oder das nicht schaffen, machen etc. würde. Durch die Anklage katapultiert uns der Feind hinaus aus dem JETZT. Und dort begegnen wir Gott.
Vater der Lüge (Joh 8, 44)
Der Feind lügt und verdreht wo er kann. Bereits bei seinem ersten Auftritt im Paradies nimmt er Gottes Wort und verdreht es so, dass er Eva verwirren kann: Hat Gott wirklich gesagt: ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? Und dann lügt er dreist einfach weiter. Er möchte nicht, dass wir die Wahrheit unserer Gotteskindschaft erkennen und annehmen. Alles was er sagt ist gelogen und schmeckt nach Tod. „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten.“ (Joh 10, 10) Es sind die Gedanken, die mich runterziehen, die mich grantig machen, die mich um mich selbst kreisen lassen…
Engel des Lichts (2.Kor 11,14)
Das ist eine perfide Taktik, denn getarnt als Engel des Lichts klagt uns der Feind in einer Art und Weise an, dass wir glauben Gott klage uns an. Wir sehen uns dann scheinbar aus Gottes Augen und empfinden, dass wir nicht genügen, nicht würdig sind etc. Das wage Gefühl nicht zu genügen führt zu Verdammnis, Selbstverdammnis. Es ist ein unterschwelliges, nicht ganz greifbares Gefühl, begleitet von Gedanken, die irgendwie unfroh, unproduktiv und lähmend sind. Unsere Gedanken wirken wie vernebelt und in Dunkelheit.



Wie ein Baum am Wasser


Spricht der Heilige Geist zu uns, dann ist er immer konkret und führt uns ins Licht und zum Wasser des Lebens. Es ist nichts vage oder unsicher an seiner Stimme. Sein Charakter ist grundlegend anders, als die des Feindes.

Er ist der Tröster (2.Kor 1,4). 
Er führt uns immer heraus aus der Dunkelheit mit Worten der Wahrheit. Er spricht immer sanft und bringt Hoffnung. IMMER. Er ist der Geist der Wahrheit (Joh. 16, 13) und die Wahrheit erkennen wir daran, dass sie uns freisetzt. Er ist auch der Überführer. Er überführt uns unserer Sünde. Und selbst wenn er mit uns über Sünde spricht, tut er es hoffnungsvoll, verheißungsvoll mit Blick auf die Erlösung. Auch baut er immer auf, wendet unseren Blick auf das Gute. Und er ist der Lehrer (Joh. 14, 26), der uns unterweist und beisteht. Er lehrt und ermahnt – jedoch immer im ermutigenden Blick auf die Zukunft und niemals verurteilend. Ich erkenne ihn in meinen Gedanken, wenn diese mich froh machen, mir Mut geben, mich heraus führen und beleben. Meine Gedanken haben dann einen Geschmack. Es schmeckt nach Leben. Es schmeckt nach frischem Quellwasser. Ja - dann bin ich wie ein Baum, der an frischem Wasser gepflanzt ist und tiefe Wurzeln hat. 

Ich kann also meine Gedanken prüfen – bringen sie Freiheit oder führen sie mich in die Enge, in die Gefangenschaft? Ist es Wahrheit oder Lüge, was meine Gedanken mir gerade erzählen?  Der Feind hat in seinem Sprechen immer etwas Schiebendes, Drängendes und Zwingendes. Der Heilige Geist jedoch lädt uns ein und lässt uns immer die Freiheit der Entscheidung. 
Ich versuche täglich meine Gedanken gefangen zu nehmen und Christus zu unterstellen. Ich will SEINER Stimme folgen und mich nicht von anderen einschüchtern lassen. Ich versuche meine Gedankenwelt in sein Licht zu stellen. Es gelingt mir nicht immer. Oft bin ich gefangen in Gedanken, die mich niederziehen und in die falsche Richtung drängen. Aber es ist ein Prozess und immer öfter ertappe ich meine Gedanken und kann die Frage stellen: Wer spricht da? Und je öfter ich das tue, desto deutlicher hinterlassen meine Gedanken in mir einen Geschmack. Es schmeckt nach Leben oder nach Tod. Und immer öfter gelingt es mir auf die Gedanken zu hören, die nach Leben schmecken.


Ich bete heute, dass ihr erfahrt, wie Leben schmeckt. 

Beim Namen gerufen

In letzter Zeit begegnet es mir immer häufiger, dass Eltern ihren Kindern bereits im Mutterleib ihren Namen geben. Anfangs fand ich das etw...