Montag, 30. April 2018

Mutterschaft und Zitronen

Manchmal ist es wie mit Zitronen. Sie schauen wunderschön aus, verlockend und erfrischend - vor allem, solange sie unerreicht hoch am Baum hängen. Pflückt man sie, dann sieht man schon ihre unterschiedliche Beschaffenheit, die Unebenheiten und auch kann man nicht einfach rein beißen und sie genießen. Man muss sie erst ausquetschen, um an den guten Saft zu kommen und auch dieser ist im ersten Moment sauer und fast ungenießbar. Fügt man jedoch wenige Zutaten hinzu, so bekommt man die schönste Limonade, die eine ganze Familie mit Freude und Vitaminen versorgt. 


Zitronen
Manchmal kommt mir Mutterschaft, ohne die Hilfe des Heiligen Geistes, vor wie Zitronen - reich an wertvollen Dingen, aber nicht richtig genießbar. Ohne sein "Ausquetschen" und ohne seine "Zutaten" bleibt das Muttersein oft sauer und irgendwie ungenießbar. Vielleicht hinkt der Vergleich etwas aber mich machen meine Kinder einfach immer wieder "sauer" und, ich zumindest, brauche dringend den Input des Heiligen Geistes, damit daraus etwas Wohlschmeckendes und Schönes wird.

Viele Jahre meines Lebens habe ich damit verbracht das Muttersein ausschließlich wie die noch am Baum hängenden Zitronen zu betrachten - wunderschön anzusehen, begehrenswert und auch scheinbar unerreichbar weit weg. Da wusste ich noch nichts von der wahren Beschaffenheit und wie schmerzhaft es sein kann ausgequetscht zu werden, wie sauer und voller Kerne der Inhalt sich gebärden kann. Aber ich wusste auch nicht wie köstlich es tatsächlich ist, wenn die passenden Zutaten dazu kommen, Kinder erblühen, Freude und Lachen hervor quillt und man die Frucht des Prozesses regelrecht schmecken kann. 

Und dann wird Limonade draus

Konkret hatte ich gerade einige "saure" Tage. Unser Baby wächst und gedeiht, aber durch den dicker werdenden Bauch wird einiges beschwerlicher. Mit meinen munteren und sehr aktiven Buben bin ich voll gefordert und ich komme eigentlich jeden Tag an meine körperlichen und nervlichen Grenzen. Da braucht es oft nur Kleinigkeiten und schon sitze ich in einem gedanklichen Sumpf, aus dem ich mich nur schwer selbst herausziehen kann. (Da bin ich in einem Prozess. Dankenswerter Weise nimmt mein Mann seine geistige Autorität wahr, zieht mich immer wieder raus und hilft mir zurück unter den Baum des Lebens zu kommen - aber das Thema wäre einen eigenen Blog wert!)

Unser zweiter Sohn Linus hat gerade eine ausgeprägte Nein-Phase. Seine Phantasie und deren unnütze Ausführung kennen keine Grenzen - immer wenn es einmal angenehm leise wird, klingeln in meinem Hinterkopf die Alarm-Glocken. 
Sodann finde ich ihn auch regelmäßig irgendwo selig experimentierend und mir ein stolzes "Lini-selber-macht" entgegen schleudernd, während er beispielsweise mit der neuen Seife das Bad "putzt" oder ich gerade noch verhindern kann, dass er mit dem größtmöglichen Küchenmesser Apfel und Finger gleichzeitig in Stücke schnibbelt. Wenn das am Nachmittag passiert, wo meine Reserven drohen zuneige zu gehen, und mein Ältester gleichzeitig beschließt, heute wegen irgendeines Themas auf Konfrontation zu gehen, dann kracht es in unseren vier Wänden gewaltig und von Gottes Königreich ist weit und breit nichts zu sehen und zu spüren. Oft sind dann zwei von uns in Tränen - wobei es eher selten die beiden Buben sind. Dann sehne ich mich für einen ganz kurzen Moment zurück an den Zeitpunkt, wo Mutterschaft noch eine verlockende, ferne Frucht hoch am Zitronenbaum schien und ich nichts von ihrer konkreten Beschaffenheit wusste.

Solche Szenen sind wahrscheinlich jeder Mutter mehr oder weniger bekannt. Der Hormoncocktail einer Schwangerschaft tut das Seinige dazu und so bin ich regelmäßig an dem Punkt, wo ich nicht weiter weiß. Und dennoch ist mir im tiefsten Inneren klar, dass genau hier und genau in solchen Momenten Gott jede Versorgung für mich bereit hat, dass es sein Herz und Wille für mich ist, dass aus meinen Zitronen köstlichste Limonade wird. Er ist hier - in meinem Mutter-Sein. Nicht nur dann, wenn es schön ist. Nur ich bin nicht immer so positioniert, dass ich auch empfangen kann, was er mir anbietet. 

Anders vor ein paar Tagen, als mich folgender Bibelvers ansprang: 

"Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! 
Ich will euch erquicken." Matthäus 11.28

Ich wusste, dass er in diesem Moment zu mir spricht: 
"Gib her Isi, was dir mühselig ist und dich drückt. Vertrau mir deine Buben an. Deine Ausbrüche werden ihnen nicht schaden. Sie können deine dünnen Nerven aushalten. Ich bin hier um Dich dich zu erquicken!" 
Und er spricht weiter: 
"Nimm mein Joch auf dich und lerne von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und du wirst Ruhe finden für deine Seele.
Er weiß genau, dass ich in diesem Moment nur sehr laut höre: 
"Nimm mein Joch auf Dich" 
und dabei innerlich aufseufze, deswegen spricht er nochmal deutlicher: 
"Mein Joch ist sanft, Isi, meine Last ist leicht!! Gib mir, was dich drückt und nimm von mir, was du brauchst. Ich versorge Dich..." 

Da kommt Leo rein, dem ich zuvor unter Tränen erklärt habe, dass Mamis Nerven heute hauchdünn sind, streckt seine Arme aus so weit er kann und sagt mit dem Brustton der Überzeugung: "Mami, meine Nerven sind dafür heute soooo dick!!" Ich schließe die Augen, Leo in die Arme und muss lachen und plötzlich bin ich in meinem inneren Garten und Jesus reicht mir ein Glas Limonade. Und ich sehe Jesus lächeln und lerne einmal mehr, dass seine Versorgung oft auf ganz anderen Wegen kommt, als ich es erwarte. Und dann will ich nicht zurück unter den Zitronenbaum, sondern nehme das Glas Limonade aus seiner Hand und genieße die Ruhe in meiner Seele die ich, mit jedem Schluck den ich trinke, empfange. 

Ich bete, dass jede Mutter diese Woche Limonade in Fülle bekommt!

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Achtung:

Diesen Donnerstag ist wieder Fürbitte für Mütter und Familien im Gebetshaus und ich lade Euch ein, zu kommen oder Euch dort wo ihr seid, mit uns eins zu machen und in den geistigen Kampf für die Mutterschaft zu gehen! 

Das Treffen findet ab sofort immer um 10:00 Uhr statt. Der erste Donnerstag im Monat bleibt.

Nächstes Treffen also:

Donnerstag, 3.5. 10:00 Uhr im Gebetsraum des Gebetshauses Augsburg.
Danach gemeinsames Kaffee trinken.

Zum Vormerken: dann wieder am 7.6. um 10:00 Uhr!

Donnerstag, 8. März 2018

Der Herr aber sieht das Herz an

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.
1.Samuel 16,7

Das ist eine beruhigende und beunruhigende Aussage zugleich. Es heißt ich kann nicht verstecken, was in meinem Herzen stattfindet, indem ich meine äußere Fassade poliere und aufputze. Gott sieht mich und Gott erkennt mich. Er weiß um meine Gedanken, meine Sorgen, meine Vorwürfe, meine Zweifel. Und er sieht mein Herz so wie es ist - mit all dem, was ich vielleicht sogar vor mir selbst verbergen möchte, weil ich weiß, dass es nicht schön anzuschauen ist.

Tanten sind was wundervolles

Es heißt aber auch, dass mir egal sein kann, was die Menschen von mir denken. Sie sehen nämlich nur das, was außen ist. Mein Herz bleibt ihnen verborgen. So sieht Gott auch meine gute Absicht, meinen Versuch, meine unzulänglichen Bemühungen. Dieses Wort aus dem Buch Samuel hilft mir dabei, mich immer wieder unter den Blick Gottes zu stellen und nur IHN beurteilen zu lassen, was er sieht. Und ich weiß, dass unter seinem Blick mein Herz sich nach und nach wandelt, weiß und schön wird. Und ich hoffe, dass diese Schönheit dann auch nach außen durchdringt.

Umarmung

Wer ziemlich genau unterscheiden kann zwischen meinem Innen und Außen, sind meine Kinder. Immer wieder zeigen mir ihre Reaktionen sehr viel über mein Herz und das was mein Herz ausstrahlt und unter wessen Blick es gerade steht. Wenn mein Großer rebellisch und zornig auf mich reagiert, dann ist das meist ein Spiegel dessen - auch wenn ich äußerlich beherrscht und wohlmeinend zu sein scheine. Seine Reaktion ist oft genau dass, was in meinem Herzen gerade wirklich stattfindet und meine wohltrainierten Masken beeindrucken mein Kind keineswegs. Dann stehe auch ich nicht unter Gottes Blick, sondern finde lauter andere Blicke auf mir, die mein Handeln bestimmen wollen: Erwartungen, Prägungen, meine eigene Erziehung, Rechthaberei, Unzufriedenheit und auch mein eigener unbarmherziger Blick.
Gerade in den letzten Wochen wurden wir alle mit unseren Herzen sehr konfrontiert. Beide Buben nacheinander krank, Auto eingefroren und wir viel im Haus. Aber weil Gott gut ist, hat er mir dieses Wort geschenkt. Und so kommt es auch vor, dass mein Kleinster die Arme um meinen Hals schlingt und inbrünstig sagt: "Mami, schööön,"und dann weiß ich, dass er in diesem Moment nicht mein Äußeres meint. Und ich ahne, dass Gottes Blick auf mich genau dieser ist: Schöööön!

Ich bete, dass ihr Euch heute unter Gottes Blick stellen könnt und das einfach Mal genießt!!




Dienstag, 6. März 2018

Das Lamm und das Kreuz - eine Bildbetrachtung



 „Die zwölf Tore sind zwölf Perlen; jedes Tor besteht aus einer einzigen Perle. Die Straße der Stadt ist aus reinem Gold, wie aus klarem Glas. Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung ist ihr Tempel, er und das Lamm. Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. Die Völker werden in diesem Licht einhergehen, und die Könige der Erde werden ihre Pracht in die Stadt bringen. Ihre Tore werden den ganzen Tag nicht geschlossen – Nacht wird es dort nicht mehr geben. Und man wird die Pracht und die Kostbarkeit der Völker in die Stadt bringen. Aber nichts Unreines wird hineinkommen, keiner, der Gräuel verübt oder lügt. Nur die, die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, werden eingelassen.“ Offenbarung des Johannes, 21, 21-27

Aquarell von Andreas Felger 


Beim ersten durchblättern der Felger-Bibel hat mich gleich dieses Bild angesprochen. Ich bin daran hängen geblieben. Einmal – mehrmals. Erst habe ich nach einem anderen gesucht, weil ich mir nicht zugetraut habe, über eine Stelle der Offenbarung etwas zu schreiben. Gleichzeitig ist die Offenbarung das Buch in der Bibel, was mich am meisten fesselt und fasziniert. Also habe ich mich hingesetzt und es betrachtet. Dann habe ich den Text gelesen. Und wieder das Bild betrachtet. Und hier folgt, was dabei heraus gekommen ist:

Es ist die Fülle der Farben, die heraus sticht. Es ist bunt, aber nicht grell, weil die Farben sehr sanft sind. Auffallend ist das Lamm, aus dessen Seite Wasser fließt. Klares, blaues Wasser. Es ist Wasser des Lebens, denn dort, wo es hinfließt, wächst ein Baum empor. Der Baum wächst nicht nur, sondern scheint sich zu strecken – nach dem Licht auszustrecken. Und er bringt eine Frucht hervor. Das Lamm ist das Zentrum des Kreuzes - nur angedeutet im hellen Licht, welches das Lamm umgibt.

Es ist wunderschön, welche Unbeschwertheit das Kreuz in diesem Bild hat. Es ist nicht erdrückend, nicht düster, nicht schwer – sondern ganz leicht. Und dennoch ist es so stark, dass es die goldenen Mauern mit Leichtigkeit durchdringt. Und das Lamm selbst scheint Quelle des Lichts zu sein. Wie es im Text auch geschrieben steht: „ihre Leuchte ist das Lamm“.
            Ein untrügliches Zusammenspiel. Das Lamm und das Kreuz gemeinsam sind Jesus Christus. Was mich an dem Bild so anspricht, ist, dass Jesus ganz klar und unmissverständlich in die Mitte gestellt wird. Und das sein Strahlen die Mauer, die ihn umgibt, durchbricht – und zwar mit den Balken seines Kreuzes. Das drückt eigentlich alle Hoffnung aus, die unser Glaube mit sich bringt. Auf ganz einfache und klar verständliche Weise. Weil Jesus an diesem Kreuz für uns gestorben ist. Weil uns dadurch alle Sünden vergeben worden sind. Und weil er für uns auferstanden ist. Weil er mit seinem Tod und mit seiner Auferstehung jede Mauer dieser Welt eingebrochen hat. Weil er uns mit dem Kreuz erlöst hat. Vollkommen.

Jesus selbst ist der Anfang und das Ende und die Mitte, die alles erreicht. Denn das Wasser des Lebens, welches deutlich und klar aus dem Herzen des Lammes fließt, lässt sich nicht von der Stadtmauer des himmlischen Jerusalems einschränken. Nein! Es fließt über alle Schranken hinaus – in alle Zeiten. Auch in meine. In mein Jetzt und Hier.

In der unteren linken Ecke ist es sehr dunkel. Ich stehe da unten. Ich kleiner Mensch. In dieser unserer Welt. Wenn ich mich nach dem Lamm ausstrecke und Jesus annehme, dann darf ich sein wie der Baum, der aus der Ecke des Bildes nach oben emporwächst. Das lebendige Grün des Stammes zieht sich bis ganz unten in die Dunkelheit hinein; bis zu seinen Wurzeln, die fest in dieser Welt verankert sind. Der Baum – und so auch ich – ist getränkt mit dem Wasser, getragen von der Erde und gewachsen in Richtung des himmlischen Jerusalem – der Ewigkeit.

Schön ist auch die Frucht am Baum. In Form und Farbe ist sie den Perlen, die die Tore des himmlischen Jerusalem darstellen, ähnlich. Zu den schönsten Früchten des Glaubens gehören für mich die Freude und die Hoffnung. Die Frucht auf dem Bild ist Rot. Lebendig. Gewachsen. Wir können diese Früchte nicht ohne das Wasser des Lebens hervorbringen. Sie sind Geschenke. Gnadengaben des Lammes. Und doch ist es unsere Entscheidung für Jesus, die uns befähigt diese Früchte hervorzubringen. Weil wir es mitgestalten dürfen, dieses himmlische Jerusalem. Durch ihn – den Heiland. Weil wir in der Ewigkeit nicht verblassen und verloren gehen, sondern ganz lebendig teilhaben am ewigen Leben.

Der Text spricht vom himmlischen Jerusalem. Ich sehe es auf dem Bild innen. In dem goldenen Kasten. Leuchtend. Mit den zwölf Toren, die alle aus einer einzigen Perle sind. Genau, wie Johannes seine Vision beschreibt. Interessant auch, dass ein jeder Mensch durch ein anderes Tor dort hinein gelangen kann. Weil wir verschieden sind. Einzigartig. Und für mich ist das, was man außen herum erkennen kann heute - unser Jetzt und Hier. Und gleichzeitig alle Zeit dieser Welt. Alles was ist und kommen wird – bis Jesus wiederkehrt. In seinen ganz verschiedenen Farben. Und auch seiner Dunkelheit.

Das Wichtigste bleibt das Kreuz, welches es ermöglicht, dass das Wasser des Lebens zum Baum, in die Frucht durch alle Mauern bis zu mir - mir ganz persönlich - fließen kann. Gott hat seinen Sohn auf die Erde geschickt, damit er diese Ewigkeit für uns erreichbar macht. Für jeden Einzelnen. Mich. Denn am Kreuz ist Jesus – das Lamm – für mich gestorben und hat es so wahr gemacht, dass mir meine Sünden vergeben sind und ich einmal ins himmlische Jerusalem einziehen werde.

Vielleicht spricht mich das Bild deswegen auch so an, weil ich genau an diese Erlösung glaube. Und weil dadurch schon jetzt mein Leben erfüllt sein darf vom Licht des Lammes – also von Jesus. Er will auch meine Mitte sein. Und er will aus mir hervorquellen, wie das Wasser. Ich muss nur hinsehen, mich ausstrecken und öffnen…

(Wiedergefundener Beitrag aus "So sehe ich die Bibel" Persönliche Einblicke in das Buch der Bücher, Präsenz-Verlag 2008)

Montag, 5. Februar 2018

Gott - bist du das?

Im zweiten Korintherbrief steht geschrieben, dass wir geistige Waffen haben mit denen wir „alle hohen Gedankengebäude niederreißen, die sich gegen die Erkenntnis Gottes auftürmen“ und dass wir „alles Denken gefangen nehmen, so dass es Christus gehorcht“ (1.Kor 10,4f).
Man könnte auch sagen: so dass es Christus hört!
Oder: so dass wir Christus hören!

Die Frage danach, wie wir die Stimme Gottes hören; wie wir lernen seine Stimme herauszufiltern aus den vielen Stimmen, beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Die Bibel ist voll damit, dass Gott spricht. Und Jesus sagt, dass seine Schafe seine Stimme hören. Es geht mir also nicht um die Frage ob, sondern wie. Denn offensichtlich gibt es auch andere Stimmen, denen wir zuhören und gehorchen können. Es gibt verschiedenste Arten in denen Gott zu uns sprechen kann – außergewöhnliche, unübersehbare, aber auch alltägliche. 

Mir geht es heute um die Alltäglichen. 

Eine gute Freundin, die stark mit Gott unterwegs ist, hat mir einmal gesagt: „Ich hoffe eigentlich nicht ständig darauf, dass Gott LAUT mit mir spricht. Denn wenn seine Stimme lauter wird, heißt das, dass ich auf Abwege geraten bin.“ In diesem Blog möchte ich mich mit der leisen Stimme beschäftigen – der Stimme in unserem Kopf, in unseren Gedanken. Genau der Stimme, bei der ich mich so oft frage, woher sie nun kommt: aus mir selbst heraus, vom Feind oder von Gott? Sind es „nur“ meine Gedanken oder tatsächlich etwas, was Gott mir eingibt? Eben genannte Freundin hat auch einmal gesagt: „Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass mein Geist mit Gottes Geist verbunden ist und deswegen meine Gedanken mit seinen konform gehen. Wenn dem nicht so ist, legt er ein Veto ein!“

Im Römerbrief steht „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist.“ (Röm, 12, 2) Wir KÖNNEN also prüfen und erkennen, was der Wille Gottes ist. Offensichtlich ist es dazu aber nötig, dass wir unser Denken erneuern – was so viel heißt, dass wir uns mit unseren Gedanken auseinandersetzen müssen und herausfinden woher diese stammen. Wo ist ihr Ursprung. Von was/wem sind sie gefärbt. Und lasse ich mich von diesen unabhängig davon leiten, von wem sie stammen?
Eine Lehre aus dem vergangenen Jahr hat mich in diesem Prozess treu begleitet und ist mir zur Waffe geworden, mit der es tatsächlich möglich ist Gedankengebäude niederzureissen, die sich gegen die Erkenntnis Gottes auftürmen.


Eigentlich ist es eine einfache Frage: Wie ist der Charakter dessen der spricht?

Gott - bist du das?




Beginnen wir mit dem Charakter dessen, der verhindern möchte, dass ich Gottes Stimme höre: der Feind.
Er ist in der Bibel gut beschrieben. Er ist der:
Ankläger (Off 12, 10)
Der Ankläger spricht gegen Gott, gegeneinander, gegen uns selbst. Er bringt das große WENN und das WARUM in den Vordergrund. Er hält unsere Gedanken in zermürbender Vergangenheit oder stressiger Zukunft gefangen. „Ich sollte, müsste etc.“ sind oft Symptome des Anklägers, sind sie doch häufig gefolgt von der Selbstanklage und negativen Konsequenz, wenn ich dies oder das nicht schaffen, machen etc. würde. Durch die Anklage katapultiert uns der Feind hinaus aus dem JETZT. Und dort begegnen wir Gott.
Vater der Lüge (Joh 8, 44)
Der Feind lügt und verdreht wo er kann. Bereits bei seinem ersten Auftritt im Paradies nimmt er Gottes Wort und verdreht es so, dass er Eva verwirren kann: Hat Gott wirklich gesagt: ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? Und dann lügt er dreist einfach weiter. Er möchte nicht, dass wir die Wahrheit unserer Gotteskindschaft erkennen und annehmen. Alles was er sagt ist gelogen und schmeckt nach Tod. „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten.“ (Joh 10, 10) Es sind die Gedanken, die mich runterziehen, die mich grantig machen, die mich um mich selbst kreisen lassen…
Engel des Lichts (2.Kor 11,14)
Das ist eine perfide Taktik, denn getarnt als Engel des Lichts klagt uns der Feind in einer Art und Weise an, dass wir glauben Gott klage uns an. Wir sehen uns dann scheinbar aus Gottes Augen und empfinden, dass wir nicht genügen, nicht würdig sind etc. Das wage Gefühl nicht zu genügen führt zu Verdammnis, Selbstverdammnis. Es ist ein unterschwelliges, nicht ganz greifbares Gefühl, begleitet von Gedanken, die irgendwie unfroh, unproduktiv und lähmend sind. Unsere Gedanken wirken wie vernebelt und in Dunkelheit.



Wie ein Baum am Wasser


Spricht der Heilige Geist zu uns, dann ist er immer konkret und führt uns ins Licht und zum Wasser des Lebens. Es ist nichts vage oder unsicher an seiner Stimme. Sein Charakter ist grundlegend anders, als die des Feindes.

Er ist der Tröster (2.Kor 1,4). 
Er führt uns immer heraus aus der Dunkelheit mit Worten der Wahrheit. Er spricht immer sanft und bringt Hoffnung. IMMER. Er ist der Geist der Wahrheit (Joh. 16, 13) und die Wahrheit erkennen wir daran, dass sie uns freisetzt. Er ist auch der Überführer. Er überführt uns unserer Sünde. Und selbst wenn er mit uns über Sünde spricht, tut er es hoffnungsvoll, verheißungsvoll mit Blick auf die Erlösung. Auch baut er immer auf, wendet unseren Blick auf das Gute. Und er ist der Lehrer (Joh. 14, 26), der uns unterweist und beisteht. Er lehrt und ermahnt – jedoch immer im ermutigenden Blick auf die Zukunft und niemals verurteilend. Ich erkenne ihn in meinen Gedanken, wenn diese mich froh machen, mir Mut geben, mich heraus führen und beleben. Meine Gedanken haben dann einen Geschmack. Es schmeckt nach Leben. Es schmeckt nach frischem Quellwasser. Ja - dann bin ich wie ein Baum, der an frischem Wasser gepflanzt ist und tiefe Wurzeln hat. 

Ich kann also meine Gedanken prüfen – bringen sie Freiheit oder führen sie mich in die Enge, in die Gefangenschaft? Ist es Wahrheit oder Lüge, was meine Gedanken mir gerade erzählen?  Der Feind hat in seinem Sprechen immer etwas Schiebendes, Drängendes und Zwingendes. Der Heilige Geist jedoch lädt uns ein und lässt uns immer die Freiheit der Entscheidung. 
Ich versuche täglich meine Gedanken gefangen zu nehmen und Christus zu unterstellen. Ich will SEINER Stimme folgen und mich nicht von anderen einschüchtern lassen. Ich versuche meine Gedankenwelt in sein Licht zu stellen. Es gelingt mir nicht immer. Oft bin ich gefangen in Gedanken, die mich niederziehen und in die falsche Richtung drängen. Aber es ist ein Prozess und immer öfter ertappe ich meine Gedanken und kann die Frage stellen: Wer spricht da? Und je öfter ich das tue, desto deutlicher hinterlassen meine Gedanken in mir einen Geschmack. Es schmeckt nach Leben oder nach Tod. Und immer öfter gelingt es mir auf die Gedanken zu hören, die nach Leben schmecken.


Ich bete heute, dass ihr erfahrt, wie Leben schmeckt. 

Donnerstag, 18. Januar 2018

Für die Schönheit

Neulich saß ich mit meinem Ältesten im Kinderzimmer und er löcherte mich mit Fragen über die Funktionalität der verschiedenen Gesichtsmerkmale. Also warum man eigentlich Nasenhaare braucht, weshalb Gott einen mit einem Mund und Ohren ausgestattet hat und warum Wimpern nützlich sein sollen. Ich antwortete so gut ich es vermochte. Schließlich fragte er; "Und für was sind Augenbrauen gut?" Mir fiel nicht sofort eine Antwort ein und so stellte ich ihm die Frage zurück. "Was meinst du denn wofür Gott die gemacht hat?" Da schaute er eine Weile sinnierend in die Luft und meinte dann: 

"Für die Schönheit, will ich doch meinen!"


 Lobt den HERRN, denn der HERR ist gut! Singt und spielt seinem Namen, denn er ist schön! (Psalm 135,3)

Die Aussage meines Sohne hat mich getroffen und bewegt und ich habe mich gefragt, wie oft ich mich eigentlich im Spiegel betrachte und denke: 
"Schön! Gut gemacht Gott!" 
Viel zu selten! 
Dabei gibt IHM das alle Ehre!
 Wir sind nach Seinem Abbild geschaffen. Und wie es im Psalm bereits besungen wird, ist ER schön. Was für eine wunderbare Aussage über uns selbst. Wir dürfen schön sein und uns an dieser Schönheit freuen! Wenn meine Buben mich anschauen und das kommentieren, dann finden sie eigentlich alles an mir schön. Ich sollte öfter ihren Blickwinkel einnehmen, der Gottes Sicht auf mich viel näher kommt, als meine eigene.

Ich bete heute, dass ihr Eure eigene Schönheit entdeckt und annehmt!!

Sonntag, 7. Januar 2018

Mission Manifest, Mütter und die Zukunft der Kirche

Am Freitag der MEHR 2018 wurde in einer großen Aktion das Mission Manifest aus der Taufe gehoben. Wer das nicht mitbekommen hat, kann hier in einem Livemitschnitt nochmal den Moment anschauen, in dem die Bombe gezündet wurde. Es war ein bewegender, historischer Moment und ich spüre immer noch die Welle, die mich fast umgeschmissen hat, als die evangelischen und freikirchlichen Brüder und Schwestern aufstanden, ihre Hände ausstreckten und uns, die wir uns auf der Bühne versammelt hatten, gesegnet haben. 

Dabei fühlte ich mich so klein und so unbedeutend unter den großartigen Initiativen, die sich dort auf der Bühne versammelt hatten. Viele wundervolle, starke, missionarisch wirkende Gruppen, die auf unterschiedlichste Art und Weise Jesus Christus verkünden, Herzen gewinnen und Menschen zu Jüngern machen. Und da stand ich - eine Mutter - die ich die meiste Zeit doch nur meinen Kindern predige und dabei gefühlt regelmäßig versage...

Stopp. Genau hier!
Weil das eine Lüge des Feindes ist.
Weil es nichts mit "nur" zu tun hat, sondern großartig ist!

Es liegt mir am Herzen Euch, die ihr Euch zu klein vorkommt und das Gefühl habt nicht unterschreiben zu können, weil Euer Beitrag zu unbedeutend ist, zu ermutigen.
Ich meine Euch, die ihr meint, keinen missionarischen Beitrag liefern zu können, weil Euer Alltag Euch bereits alles abverlangt.
Ich meine Euch, die ihr es im Herzen tragt Jesus zu verkünden und doch Abends erschöpft auf dem Sofa zusammen sinkt und Euch fragt, was ihr an diesem Tag eigentlich gemacht habt, der Mal wieder in tausend Kleinigkeiten, vollen Windeln, endlos plappernden Kindermündern und schmutzigem Geschirr versunken ist. 

Die Zukunft der Kirche

Ich meine Euch Mütter und Väter, die ihr jeden Tag missionarisch seid, einfach weil ihr SEID!
Ihr habt Euch nicht für ein Jahr verpflichtet, sondern für ein ganzes Leben.
Sie ist bei Euch Zuhause: die Zukunft der Kirche, die Jünger von morgen. 

Also unterschreibt
In der Gewissheit, dass Gott Euch sieht und lächelt, weil er liebt, was er sieht.
Im festen Glauben, dass diese kleinen Wesen, welche Euch täglich Nerven rauben und gleichzeitig das Herz überquellen lassen, Dominosteine sind, deren weit greifende Auswirkungen auf die Erweckung der Kirche, nur noch nicht offenbar geworden sind.

Ich bete, dass ihr erkennt, wie wertvoll ihr seid!

Montag, 6. November 2017

Im geistigen Kampf um Mutterschaft

Vor ca. 5 Wochen kam ich in den Gebetsraum, um an einer Stunde teilzunehmen in der der Fokus darauf lag für Mutterschaft und leibliche sowie geistliche Mütter in Deutschland zu beten. Es war für mich nahe liegend  - ich bin selbst Mutter von zwei Buben und das umstrittene Thema Mutterschaft in all seinen Facetten ist mir nur zu bekannt. Ich habe nichts besonderes erwartet in dieser Stunde, wollte mich aber einklinken in dieses Gebet.
Die Gebetsleiterin begann kurz einzuführen, warum sie glaubt, dass es wichtig ist für Mutterschaft zu beten - und zwar sowohl für leibliche Mütter als auch für geistliche. Sie sprach davon, dass wir aus einer Vaterlosen Gesellschaft kommen (Väter die von zwei Weltkriegen entweder traumatisiert oder abwesend waren und demnach fehlende Vorbilder für die nächsten Generationen was Mannsein bzw. Vaterschaft bedeutet) und sie befürchtet, dass wir nahtlos in eine Mutterlose Gesellschaft hineinschlittern. Weil wir in einer Zeit leben, in der die Mutterschaft von Staat und Gesellschaft mehr und mehr ihre Würde und ihren Platz abgesprochen bekommt und es immer weniger Frauen gibt, die mit anwesenden Müttern aufwachsen und demnach Vorbilder haben was es bedeutet wirklich Mutter zu sein. Physisch ist es einfach Mutter zu werden, aber psychisch und geistig in wahre Mutterschaft hinein zu reifen ist ein Prozess.

Mutter und Sohn

Kaum hatte sie begonnen zu sprechen, begannen bei mir die Tränen zu fließen und für bestimmt eine halbe Stunde hörten sie nicht auf mir übers Gesicht zu rinnen. Ich bin jetzt nicht so der große Heuler, deswegen war das für mich durchaus bemerkenswert. Und mit Leib und Seele konnte ich die Gebetslast spüren, die auf diesem Thema liegt und ich wusste, dass wir uns hier mit Gottes Herzschlag eins machen dürfen beim Gebet. Ich war Anfangs zutiefst erschüttert und konfrontiert mit meiner eigenen Zerrissenheit zu diesem Thema und am Ende von einem tiefen Frieden, großer Hoffnung und enormer Dankbarkeit für meine eigene Mutter erfüllt, die mich gelehrt hat, was wahre Weiblichkeit und Muttersein ist und ihre Zeit an uns Kinder "verschwendet" hat.

Ich glaube, dass es dringend notwendig ist, dass wir bittend und flehend vor unseren Gott kommen, damit der Hl. Geist die Augen der Herzen erleuchtet und wieder Erkenntnis über die Berufung, Würde und Schönheit von Mutterschaft bringt. 

Wollt ihr mitmachen?

An jedem erste Donnerstag im Monat findet im Gebetshaus Augsburg eine Stunde Gebet statt für Mütter und Mutterschaft in Deutschland. Ich will an dieser Stelle alle Mütter und alle diejenigen, die Mutterschaft für etwas wertvolles halten, einladen, sich in dieser Stunde mit uns eins zu machen und ins Gebet zu geben. Wem es möglich ist, kann ich nur wärmstens ans Herz legen an einem solchen Donnerstag ins Gebetshaus zu kommen.
Macht es konkret und tragt Euch folgende Daten in den Kalender ein:
07. Dezember 2017 9-10 Uhr
04. Januar 2018 9-10 Uhr
01. Februar 2018 9-10 Uhr
01. März 2018 9-10 Uhr
usw.

Ich bete, dass sich viele von Euch bewegen lassen mitzubeten - ob vor Ort oder im Geist!!! Lasst uns gemeinsam in den geistigen Kampf  gehen und damit auch diejenigen unterstützen, die sich in Politik und Gesellschaft für das Thema Mutterschaft einsetzen!


PS: Ich möchte hier noch anfügen, dass es nicht darum geht darum zu beten, dass Mütter Zuhause bleiben und nicht arbeiten gehen sollen. Es geht darum Gott die Mutterschaft in unserer Zeit hin zu halten und um Segen für jede leibliche oder geistige Mutter - völlig unabhängig ihrer Lebensumstände oder Entscheidung - zu bitten. Und es geht noch weiter - nämlich darum, dass wir wieder in einer Welt leben wollen, in der JEDES Kind willkommen ist und jede Frau, die eines empfängt, freudig dazu ja sagen will und kann, weil die gesamte Gesellschaft das mit trägt, unterstützt und sie dafür ehrt, dass sie Mutter wird. Wir beten, dass Gott für unsere Zeit und in unsere heutige Entwicklung hinein wirkt und das jede Mutter (egal ob sie arbeitet oder nicht) die Würde und Schönheit von Mutterschaft spürt und auch von außen gespiegelt bekommt. 



Beim Namen gerufen

In letzter Zeit begegnet es mir immer häufiger, dass Eltern ihren Kindern bereits im Mutterleib ihren Namen geben. Anfangs fand ich das etw...