Montag, 5. Februar 2018

Gott - bist du das?

Im zweiten Korintherbrief steht geschrieben, dass wir geistige Waffen haben mit denen wir „alle hohen Gedankengebäude niederreißen, die sich gegen die Erkenntnis Gottes auftürmen“ und dass wir „alles Denken gefangen nehmen, so dass es Christus gehorcht“ (1.Kor 10,4f).
Man könnte auch sagen: so dass es Christus hört!
Oder: so dass wir Christus hören!

Die Frage danach, wie wir die Stimme Gottes hören; wie wir lernen seine Stimme herauszufiltern aus den vielen Stimmen, beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Die Bibel ist voll damit, dass Gott spricht. Und Jesus sagt, dass seine Schafe seine Stimme hören. Es geht mir also nicht um die Frage ob, sondern wie. Denn offensichtlich gibt es auch andere Stimmen, denen wir zuhören und gehorchen können. Es gibt verschiedenste Arten in denen Gott zu uns sprechen kann – außergewöhnliche, unübersehbare, aber auch alltägliche. 

Mir geht es heute um die Alltäglichen. 

Eine gute Freundin, die stark mit Gott unterwegs ist, hat mir einmal gesagt: „Ich hoffe eigentlich nicht ständig darauf, dass Gott LAUT mit mir spricht. Denn wenn seine Stimme lauter wird, heißt das, dass ich auf Abwege geraten bin.“ In diesem Blog möchte ich mich mit der leisen Stimme beschäftigen – der Stimme in unserem Kopf, in unseren Gedanken. Genau der Stimme, bei der ich mich so oft frage, woher sie nun kommt: aus mir selbst heraus, vom Feind oder von Gott? Sind es „nur“ meine Gedanken oder tatsächlich etwas, was Gott mir eingibt? Eben genannte Freundin hat auch einmal gesagt: „Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass mein Geist mit Gottes Geist verbunden ist und deswegen meine Gedanken mit seinen konform gehen. Wenn dem nicht so ist, legt er ein Veto ein!“

Im Römerbrief steht „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist.“ (Röm, 12, 2) Wir KÖNNEN also prüfen und erkennen, was der Wille Gottes ist. Offensichtlich ist es dazu aber nötig, dass wir unser Denken erneuern – was so viel heißt, dass wir uns mit unseren Gedanken auseinandersetzen müssen und herausfinden woher diese stammen. Wo ist ihr Ursprung. Von was/wem sind sie gefärbt. Und lasse ich mich von diesen unabhängig davon leiten, von wem sie stammen?
Eine Lehre aus dem vergangenen Jahr hat mich in diesem Prozess treu begleitet und ist mir zur Waffe geworden, mit der es tatsächlich möglich ist Gedankengebäude niederzureissen, die sich gegen die Erkenntnis Gottes auftürmen.


Eigentlich ist es eine einfache Frage: Wie ist der Charakter dessen der spricht?

Gott - bist du das?




Beginnen wir mit dem Charakter dessen, der verhindern möchte, dass ich Gottes Stimme höre: der Feind.
Er ist in der Bibel gut beschrieben. Er ist der:
Ankläger (Off 12, 10)
Der Ankläger spricht gegen Gott, gegeneinander, gegen uns selbst. Er bringt das große WENN und das WARUM in den Vordergrund. Er hält unsere Gedanken in zermürbender Vergangenheit oder stressiger Zukunft gefangen. „Ich sollte, müsste etc.“ sind oft Symptome des Anklägers, sind sie doch häufig gefolgt von der Selbstanklage und negativen Konsequenz, wenn ich dies oder das nicht schaffen, machen etc. würde. Durch die Anklage katapultiert uns der Feind hinaus aus dem JETZT. Und dort begegnen wir Gott.
Vater der Lüge (Joh 8, 44)
Der Feind lügt und verdreht wo er kann. Bereits bei seinem ersten Auftritt im Paradies nimmt er Gottes Wort und verdreht es so, dass er Eva verwirren kann: Hat Gott wirklich gesagt: ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? Und dann lügt er dreist einfach weiter. Er möchte nicht, dass wir die Wahrheit unserer Gotteskindschaft erkennen und annehmen. Alles was er sagt ist gelogen und schmeckt nach Tod. „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten.“ (Joh 10, 10) Es sind die Gedanken, die mich runterziehen, die mich grantig machen, die mich um mich selbst kreisen lassen…
Engel des Lichts (2.Kor 11,14)
Das ist eine perfide Taktik, denn getarnt als Engel des Lichts klagt uns der Feind in einer Art und Weise an, dass wir glauben Gott klage uns an. Wir sehen uns dann scheinbar aus Gottes Augen und empfinden, dass wir nicht genügen, nicht würdig sind etc. Das wage Gefühl nicht zu genügen führt zu Verdammnis, Selbstverdammnis. Es ist ein unterschwelliges, nicht ganz greifbares Gefühl, begleitet von Gedanken, die irgendwie unfroh, unproduktiv und lähmend sind. Unsere Gedanken wirken wie vernebelt und in Dunkelheit.



Wie ein Baum am Wasser


Spricht der Heilige Geist zu uns, dann ist er immer konkret und führt uns ins Licht und zum Wasser des Lebens. Es ist nichts vage oder unsicher an seiner Stimme. Sein Charakter ist grundlegend anders, als die des Feindes.

Er ist der Tröster (2.Kor 1,4). 
Er führt uns immer heraus aus der Dunkelheit mit Worten der Wahrheit. Er spricht immer sanft und bringt Hoffnung. IMMER. Er ist der Geist der Wahrheit (Joh. 16, 13) und die Wahrheit erkennen wir daran, dass sie uns freisetzt. Er ist auch der Überführer. Er überführt uns unserer Sünde. Und selbst wenn er mit uns über Sünde spricht, tut er es hoffnungsvoll, verheißungsvoll mit Blick auf die Erlösung. Auch baut er immer auf, wendet unseren Blick auf das Gute. Und er ist der Lehrer (Joh. 14, 26), der uns unterweist und beisteht. Er lehrt und ermahnt – jedoch immer im ermutigenden Blick auf die Zukunft und niemals verurteilend. Ich erkenne ihn in meinen Gedanken, wenn diese mich froh machen, mir Mut geben, mich heraus führen und beleben. Meine Gedanken haben dann einen Geschmack. Es schmeckt nach Leben. Es schmeckt nach frischem Quellwasser. Ja - dann bin ich wie ein Baum, der an frischem Wasser gepflanzt ist und tiefe Wurzeln hat. 

Ich kann also meine Gedanken prüfen – bringen sie Freiheit oder führen sie mich in die Enge, in die Gefangenschaft? Ist es Wahrheit oder Lüge, was meine Gedanken mir gerade erzählen?  Der Feind hat in seinem Sprechen immer etwas Schiebendes, Drängendes und Zwingendes. Der Heilige Geist jedoch lädt uns ein und lässt uns immer die Freiheit der Entscheidung. 
Ich versuche täglich meine Gedanken gefangen zu nehmen und Christus zu unterstellen. Ich will SEINER Stimme folgen und mich nicht von anderen einschüchtern lassen. Ich versuche meine Gedankenwelt in sein Licht zu stellen. Es gelingt mir nicht immer. Oft bin ich gefangen in Gedanken, die mich niederziehen und in die falsche Richtung drängen. Aber es ist ein Prozess und immer öfter ertappe ich meine Gedanken und kann die Frage stellen: Wer spricht da? Und je öfter ich das tue, desto deutlicher hinterlassen meine Gedanken in mir einen Geschmack. Es schmeckt nach Leben oder nach Tod. Und immer öfter gelingt es mir auf die Gedanken zu hören, die nach Leben schmecken.


Ich bete heute, dass ihr erfahrt, wie Leben schmeckt. 

Donnerstag, 18. Januar 2018

Für die Schönheit

Neulich saß ich mit meinem Ältesten im Kinderzimmer und er löcherte mich mit Fragen über die Funktionalität der verschiedenen Gesichtsmerkmale. Also warum man eigentlich Nasenhaare braucht, weshalb Gott einen mit einem Mund und Ohren ausgestattet hat und warum Wimpern nützlich sein sollen. Ich antwortete so gut ich es vermochte. Schließlich fragte er; "Und für was sind Augenbrauen gut?" Mir fiel nicht sofort eine Antwort ein und so stellte ich ihm die Frage zurück. "Was meinst du denn wofür Gott die gemacht hat?" Da schaute er eine Weile sinnierend in die Luft und meinte dann: 

"Für die Schönheit, will ich doch meinen!"


 Lobt den HERRN, denn der HERR ist gut! Singt und spielt seinem Namen, denn er ist schön! (Psalm 135,3)

Die Aussage meines Sohne hat mich getroffen und bewegt und ich habe mich gefragt, wie oft ich mich eigentlich im Spiegel betrachte und denke: 
"Schön! Gut gemacht Gott!" 
Viel zu selten! 
Dabei gibt IHM das alle Ehre!
 Wir sind nach Seinem Abbild geschaffen. Und wie es im Psalm bereits besungen wird, ist ER schön. Was für eine wunderbare Aussage über uns selbst. Wir dürfen schön sein und uns an dieser Schönheit freuen! Wenn meine Buben mich anschauen und das kommentieren, dann finden sie eigentlich alles an mir schön. Ich sollte öfter ihren Blickwinkel einnehmen, der Gottes Sicht auf mich viel näher kommt, als meine eigene.

Ich bete heute, dass ihr Eure eigene Schönheit entdeckt und annehmt!!

Sonntag, 7. Januar 2018

Mission Manifest, Mütter und die Zukunft der Kirche

Am Freitag der MEHR 2018 wurde in einer großen Aktion das Mission Manifest aus der Taufe gehoben. Wer das nicht mitbekommen hat, kann hier in einem Livemitschnitt nochmal den Moment anschauen, in dem die Bombe gezündet wurde. Es war ein bewegender, historischer Moment und ich spüre immer noch die Welle, die mich fast umgeschmissen hat, als die evangelischen und freikirchlichen Brüder und Schwestern aufstanden, ihre Hände ausstreckten und uns, die wir uns auf der Bühne versammelt hatten, gesegnet haben. 

Dabei fühlte ich mich so klein und so unbedeutend unter den großartigen Initiativen, die sich dort auf der Bühne versammelt hatten. Viele wundervolle, starke, missionarisch wirkende Gruppen, die auf unterschiedlichste Art und Weise Jesus Christus verkünden, Herzen gewinnen und Menschen zu Jüngern machen. Und da stand ich - eine Mutter - die ich die meiste Zeit doch nur meinen Kindern predige und dabei gefühlt regelmäßig versage...

Stopp. Genau hier!
Weil das eine Lüge des Feindes ist.
Weil es nichts mit "nur" zu tun hat, sondern großartig ist!

Es liegt mir am Herzen Euch, die ihr Euch zu klein vorkommt und das Gefühl habt nicht unterschreiben zu können, weil Euer Beitrag zu unbedeutend ist, zu ermutigen.
Ich meine Euch, die ihr meint, keinen missionarischen Beitrag liefern zu können, weil Euer Alltag Euch bereits alles abverlangt.
Ich meine Euch, die ihr es im Herzen tragt Jesus zu verkünden und doch Abends erschöpft auf dem Sofa zusammen sinkt und Euch fragt, was ihr an diesem Tag eigentlich gemacht habt, der Mal wieder in tausend Kleinigkeiten, vollen Windeln, endlos plappernden Kindermündern und schmutzigem Geschirr versunken ist. 

Die Zukunft der Kirche

Ich meine Euch Mütter und Väter, die ihr jeden Tag missionarisch seid, einfach weil ihr SEID!
Ihr habt Euch nicht für ein Jahr verpflichtet, sondern für ein ganzes Leben.
Sie ist bei Euch Zuhause: die Zukunft der Kirche, die Jünger von morgen. 

Also unterschreibt
In der Gewissheit, dass Gott Euch sieht und lächelt, weil er liebt, was er sieht.
Im festen Glauben, dass diese kleinen Wesen, welche Euch täglich Nerven rauben und gleichzeitig das Herz überquellen lassen, Dominosteine sind, deren weit greifende Auswirkungen auf die Erweckung der Kirche, nur noch nicht offenbar geworden sind.

Ich bete, dass ihr erkennt, wie wertvoll ihr seid!

Montag, 6. November 2017

Im geistigen Kampf um Mutterschaft

Vor ca. 5 Wochen kam ich in den Gebetsraum, um an einer Stunde teilzunehmen in der der Fokus darauf lag für Mutterschaft und leibliche sowie geistliche Mütter in Deutschland zu beten. Es war für mich nahe liegend  - ich bin selbst Mutter von zwei Buben und das umstrittene Thema Mutterschaft in all seinen Facetten ist mir nur zu bekannt. Ich habe nichts besonderes erwartet in dieser Stunde, wollte mich aber einklinken in dieses Gebet.
Die Gebetsleiterin begann kurz einzuführen, warum sie glaubt, dass es wichtig ist für Mutterschaft zu beten - und zwar sowohl für leibliche Mütter als auch für geistliche. Sie sprach davon, dass wir aus einer Vaterlosen Gesellschaft kommen (Väter die von zwei Weltkriegen entweder traumatisiert oder abwesend waren und demnach fehlende Vorbilder für die nächsten Generationen was Mannsein bzw. Vaterschaft bedeutet) und sie befürchtet, dass wir nahtlos in eine Mutterlose Gesellschaft hineinschlittern. Weil wir in einer Zeit leben, in der die Mutterschaft von Staat und Gesellschaft mehr und mehr ihre Würde und ihren Platz abgesprochen bekommt und es immer weniger Frauen gibt, die mit anwesenden Müttern aufwachsen und demnach Vorbilder haben was es bedeutet wirklich Mutter zu sein. Physisch ist es einfach Mutter zu werden, aber psychisch und geistig in wahre Mutterschaft hinein zu reifen ist ein Prozess.

Mutter und Sohn

Kaum hatte sie begonnen zu sprechen, begannen bei mir die Tränen zu fließen und für bestimmt eine halbe Stunde hörten sie nicht auf mir übers Gesicht zu rinnen. Ich bin jetzt nicht so der große Heuler, deswegen war das für mich durchaus bemerkenswert. Und mit Leib und Seele konnte ich die Gebetslast spüren, die auf diesem Thema liegt und ich wusste, dass wir uns hier mit Gottes Herzschlag eins machen dürfen beim Gebet. Ich war Anfangs zutiefst erschüttert und konfrontiert mit meiner eigenen Zerrissenheit zu diesem Thema und am Ende von einem tiefen Frieden, großer Hoffnung und enormer Dankbarkeit für meine eigene Mutter erfüllt, die mich gelehrt hat, was wahre Weiblichkeit und Muttersein ist und ihre Zeit an uns Kinder "verschwendet" hat.

Ich glaube, dass es dringend notwendig ist, dass wir bittend und flehend vor unseren Gott kommen, damit der Hl. Geist die Augen der Herzen erleuchtet und wieder Erkenntnis über die Berufung, Würde und Schönheit von Mutterschaft bringt. 

Wollt ihr mitmachen?

An jedem erste Donnerstag im Monat findet im Gebetshaus Augsburg eine Stunde Gebet statt für Mütter und Mutterschaft in Deutschland. Ich will an dieser Stelle alle Mütter und alle diejenigen, die Mutterschaft für etwas wertvolles halten, einladen, sich in dieser Stunde mit uns eins zu machen und ins Gebet zu geben. Wem es möglich ist, kann ich nur wärmstens ans Herz legen an einem solchen Donnerstag ins Gebetshaus zu kommen.
Macht es konkret und tragt Euch folgende Daten in den Kalender ein:
07. Dezember 2017 9-10 Uhr
04. Januar 2018 9-10 Uhr
01. Februar 2018 9-10 Uhr
01. März 2018 9-10 Uhr
usw.

Ich bete, dass sich viele von Euch bewegen lassen mitzubeten - ob vor Ort oder im Geist!!! Lasst uns gemeinsam in den geistigen Kampf  gehen und damit auch diejenigen unterstützen, die sich in Politik und Gesellschaft für das Thema Mutterschaft einsetzen!


PS: Ich möchte hier noch anfügen, dass es nicht darum geht darum zu beten, dass Mütter Zuhause bleiben und nicht arbeiten gehen sollen. Es geht darum Gott die Mutterschaft in unserer Zeit hin zu halten und um Segen für jede leibliche oder geistige Mutter - völlig unabhängig ihrer Lebensumstände oder Entscheidung - zu bitten. Und es geht noch weiter - nämlich darum, dass wir wieder in einer Welt leben wollen, in der JEDES Kind willkommen ist und jede Frau, die eines empfängt, freudig dazu ja sagen will und kann, weil die gesamte Gesellschaft das mit trägt, unterstützt und sie dafür ehrt, dass sie Mutter wird. Wir beten, dass Gott für unsere Zeit und in unsere heutige Entwicklung hinein wirkt und das jede Mutter (egal ob sie arbeitet oder nicht) die Würde und Schönheit von Mutterschaft spürt und auch von außen gespiegelt bekommt. 



Samstag, 21. Oktober 2017

Kinderglaube

Heute morgen fuhren wir im Auto eine Straße entlang und sahen dabei einen Krankenwagen, wo gerade ein Mann auf einer Bahre eingeladen wurde. Wie immer fand Leo das sehr aufregend und deutete und kommentierte eifrig. Dann wurde er kurz still und sagte dann: "So - jetzt bete ich. Ich bete, dass es diesem Mann, jetzt in dieser Sekunde, schon wieder besser geht. Amen" Mein Mann und ich konnten nur erstaunt ebenfalls "Amen" sagen. Dann strahlte unser Sohn und fügte hinzu: "Gleich gebetet - schon passiert." 



Das war eine kurze Episode des heutigen morgens, die mich berührt hat und auch nachdenklich macht. Wie wundervoll ist doch dieser direkte und unverfälschte Kinderglauben. Dieses Vertrauen - ja mehr noch - die totale Zuversicht, dass Gott ihn hört und handelt. Und auch nicht das Bedürfnis nachzuprüfen ob Gott tatsächlich gehandelt hat. 
Nein. 
Gebetet-
schon passiert.

So einfach, so kindlich, so stark und für uns Erwachsene oft soooo schwer!!
Mich würde es nicht wundern, wenn die Sanitäter im Krankenwagen festgestellt haben, dass es dem Mann auf wundersame Weise plötzlich besser ging!

"Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinderwerdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen" (Matthäus 18,3)

Ich bete, dass wir alle heute einen Moment geschenkt bekommen, in dem wir Glauben haben dürfen wie ein Kind!


Samstag, 14. Oktober 2017

Vom Geben



Als Missionarsfamilie leben wir von Spenden. Aber es ist mehr als das. Wir leben von Menschen, die es sich aufs Herz legen lassen unseren Weg mitzutragen. Das bedeutet, dass diese Menschen mit uns in Beziehung treten, teilhaben an dem was wir tun und das Ihre dazu beitragen, dass wir in die Mission gehen und das Evangelium verkünden können. Das Geben ist eine Form in der Gott Menschen beruft am Reich Gottes mitzubauen. 

In unserer Gesellschaft ist das ein oft umstrittenes Thema. Zumal im deutschsprachigen Raum, wo durch die Kirchensteuer das "geben" automatisiert ist und der Gläubige somit entbunden scheint sich persönlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Frage an Gott, wohin man seine Großzügigkeit wenden soll, scheint mit der Kirchensteuer eingedämmt oder verstummt. 

Ich habe mir in den letzten Wochen viele Gedanken zu dem Thema gemacht und immer wieder werden wir auch mit Fragen konfrontiert - sowohl wohlwollendem Nachfragen, als auch kritischem Hinterfragen. Mich fasziniert mehr und mehr, was das Wort Gottes dazu zu sagen hat und jüngst bin ich in einem Buch auf folgende "Prinzipien des Gebens" gestoßen, die ich hier mit Euch teilen und kommentieren möchte:

        Gläubige sollen PERSÖNLICH geben. In 2. Korinther 8,1-5 beschreibt Paulus die große Freigiebigkeit der Mazedonier mit den Worten (Vers 5): ... sich selbst gaben sie hin, zuerst dem Herrn und dann uns, durch den Willen Gottes. Unser Geben ist nicht nur ein religiöses Ritual, sondern spiegelt ein Leben, das völlig an Gott hingegeben ist, wider. Geben muss aus dem Herzen, dem Innersten unseres Seins, kommen.

Wir erleben das in unserem eigenen Umgang mit dem Geben. Manchmal spricht Gott zu unserem Herzen, wenn wir für jemanden beten und ermutigt uns, selbst ausführende Hand seiner Gnade zu werden, indem wir diesen finanziell segnen. Wir durften schon erleben, dass wir dieser Eingebung gehorsam etwas gegeben haben und es für denjenigen genau zum richtigen Zeitpunkt kam. Das stärkt unseren Glauben!! Oft sehen wir es aber auch nicht. Mir sind beim aufschreiben von Julianas Geschichte die Episoden, wo eben dieser Gehorsam von Einzelnen eine faszinierende Rolle auf ihrem Weg mit Gott spielt, besonders ans Herz gegangen. Da lässt sich jemand von Gott verwenden und setzt einen Dominoeffekt an Befreiung und Bekehrung frei, von dem er selbst vielleicht niemals erfährt. Unterschätze nie, was Gott aus deiner Gabe machen kann!!!

         Gläubige sollen SYSTEMATISCH geben. Paulus schrieb in 1. Korinther 16,2: An jedem ersten Wochentag lege jeder unter euch etwas beiseite. Systematisches und regelmäßiges Geben schafft Stabilität in der Gemeinde und fördert Reife, Disziplin und Verantwortungsbewusstsein in den Gläubigen. Wenn Gottes freigiebige Gnade in unserem Leben vorherrschend ist, schafft sie auch Beständigkeit in unserem Geben.

Wir sind unendlich dankbar, dass es Menschen gibt, die uns systematisch, also regelmäßig, unterstützen. Denn es schafft auf ganz praktische Art und Weise Stabilität in unserem Leben und somit auch in unserem Dienst. DANKE!

         Gläubige sollen ANGEMESSEN geben. In 1. Korinther 16,2 heißt es ebenfalls: An jedem ersten Wochentag lege jeder unter euch etwas beiseite und sammle, je nachdem er Gedeihen hat. Geben sollte immer in rechtem Verhältnis zu unserem Wohlstand stehen.

Ich finde es wundervoll, dass Gott uns sieht und kennt und es ihm daran gelegen ist, dass wir keinen Mangel haben. Und so soll jeder auf die Art und Weise geben, die es ihm ermöglicht mit dem Rest gut zu wirtschaften. 

         Gläubige sollen GROßZÜGIG geben. Sprüche 11,25 sagt:  Eine segnende Seele wird reichlich gesättigt, und wer anderen zu trinken gibt, wird selbst erquickt. Beachte, dass dies nicht nur für Geld gilt. Wir können ebenso großzügig mit unserer Zeit, unseren Gaben und unserer Ermutigung für andere sein. Römer 12,8 spricht von denen, die „mit Freudigkeit geben“.

Ich liebe diesen Aspekt. Ich darf beispielsweise immer wieder die Großzügigkeit von Menschen erfahren, die mir ihre Zeit oder ihre Gaben zur Verfügung stellen. Von meiner Schwiegermutter bekomme ich immer wieder Zeit geschenkt, weil sie wiederum Zeit mit meinen Buben verbringt. Das setzt mich frei zu schreiben. Oder vor einiger Zeit habe ich einer jungen Frau meine Schwangerschaftskleidung geliehen. Sie wollte sich bei mir bedanken und meinte: "Ich habe nicht viel, aber ich bin gelernte Osteopathin und würde Dir gerne eine Behandlung schenken." Mein Herz und mein Rücken haben gejubelt. 

         Gläubige sollen FREIWILLIG geben. In 2. Mose 35,5 sagt Mose: Bringt aus eurer Mitte eine freiwillige Gabe für den HERRN; jeder, den sein Herz dazu treibt, der soll sie bringen, die freiwillige Gabe für den HERRN. Und in Jesaja 1,19 steht: Seid ihr willig und gehorsam, so sollt ihr das Gute des Landes essen.

Seit wir uns für den Schritt ins Gebetshaus entschieden haben, bete ich dafür, dass wir nur Geber finden, sie freien und frohen Herzens geben. Es ist ein Segen der in beide Richtungen wirkt. Wer gibt, wird bereits im geben mit Freude belohnt! Wie cool ist das?

         Gläubige sollen BEWUSST geben. 2. Korinther 9,7 war schon immer einer meiner liebsten Verse zum Thema Geben. Dort heißt es: Jeder, wie er es sich im Herzen vornimmt... Geben sollte freiwillig und absichtsvoll erfolgen, nicht unter Druck, durch Manipulation oder um andere zu beeindrucken.

Bei diesem Punkt komme ich nicht umhin ein Wort zur Kirchensteuer zu verlieren. Ich glaube, dass die Kirchensteuer viele davon abhält bewusst zu geben. Irgendwo haben sie unterbewusst das Gefühl mit der Kirchensteuer ihren Teil beigetragen zu haben - auch wenn sie weder wissen wohin diese genau fließt oder die Früchte davon sehen. Bewusst zu Geben stärkt den Glauben und stärkt die Beziehung zueinander. Und Gott will immer, dass wir in unseren Beziehungen wachsen und leben. In meinen Augen ist die Kirchensteuer hier total kontraproduktiv, hält uns in der Anonymität und Beziehungslosigkeit.

         Gläubige sollen MIT FREUDE geben. Der zweite Teil von 2. Korinther 9,7 lautet: ... denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb! Das Wort „fröhlich“ lautet im Griechischen „hilaros“, worauf das englische Wort „hilarious“ (lustig) zurückgeht. Geben sollte wirklich Spaß machen! Die Version der Amplified Bible zu Vers 7 lautet: Gott liebt (Er freut sich daran, schätz es höher als andere Dinge und ist nicht bereit es aufzugeben oder darauf zu verzichten) einen fröhlichen (freudigen, sofort bereiten) Geber (dessen Herz an seinem Geben beteiligt ist)“.

Eigentlich kennt das jeder: Man gibt jemandem ein Geschenkt und kann es nicht erwarten, die Freude zu sehen, die es bei ihm auslöst. Das Schenken macht oft viel mehr Spaß als das empfangen. Ich erlebe das an meinem Vierjährigen sehr oft: Er malt und bastelt und gibt sich Mühe, weil ihm der Gedanke es mir oder jemand Anderem zu schenken einfach Freude macht!

Beim Basteln


         Gläubige sollen VERANTWORTUNGSVOLL geben. Wenn es um Finanzen geht, gibt es ein Prinzip der Verantwortung. Wir sollen unsere Ortsgemeinde treu unterstützen und unseren Beitrag zum großen Missionsauftrag leisten (Matt 29,19-20). Die Gemeindeverfassung der Böhmischen Brüder sagt dazu: „Wir betrachten es als heilige Verantwortung und wahre Gelegenheit treue Verwalter von allem, was Gott uns anvertraut hat, zu sein: unserer Zeit, unserer Begabungen und unserer finanziellen Mittel. Wir betrachten das ganze Leben als ein heiliges, uns anvertrautes Gut, das weise eingesetzt werden soll.“

Wow! Wenn wir das verinnerlichen - das ALLES was wir haben uns gegeben ist und wir deswegen in Verantwortung damit umgehen sollen. Dann wird es zu einem inneren freudigen Drängen von dem weiterzugeben, was wir empfangen haben.

         Gläubige sollen ERWARTUNGSVOLL geben. Viele Bibelstellen, wie zum Beispiel Prediger 11,1-3 und Lukas 6,38 sprechen von dem Segen, der mit dem Geben verbunden ist. Wir sollten daher mit einem erwartungsvollen Herzen geben.

Auch diesen Aspekt liebe ich sehr, da er mir etwas von Gottes Herz offenbart. Wir dürfen geben in dem Wissen und tiefen Vertrauen, dass wir den großzügigsten Vater im Himmel haben und er es uns 30fach, 60fach und 100fach vergelten wird. Alles, was wir mit Freude geben, vervielfältigt er. Ich empfinde das immer besonders, wenn ich Liebe in meine Kinder investiere. Was zurück kommt ist soviel mehr als ich reinstecken kann! 

         Gläubige sollten MIT BLICK AUF GOTT geben. Wahres Geben ist mehr als eine finanzielle Transaktion; es ist ein Akt der Anbetung gegenüber Gott. 5. Mose 26,10-11 weißt uns an: Und du sollst sie vor dem HERRN, deinem Gott, niederlegen und sollst vor dem HERRN, deinem Gott, anbeten; und du sollst fröhlich sein wegen all des Guten, das der HERR, dein Gott, dir und deinem Haus gegeben.

Wenn ich diese Zeilen lese, dann freue ich mich über jeden, der uns oder ein anderes Werk unterstützt. Weil ich weiß, dass sie damit, bewusst oder unbewusst, auch einen Akt der Anbetung setzen. 
Das ist groß!!

Ich bete heute, dass der Herr die Augen Eures (und meines) Herzens erleuchtet und er Euch offenbart, wie und wo ihr Geben dürft in sein Reich. Und ich danke Gott für Euch, die ihr auf diese Weise ins Reich Gottes sät und danke Gott jetzt schon für die reiche Ernte, die ihr einfahren werdet =)

Seid gesegnet!

Montag, 9. Oktober 2017

Pssst...Nur für Ehefrauen

Ich will mit Euch ein paar Gedanken zu einer Bibelstelle teilen, die ich sehr liebe. Ich weiß, dass sie sehr unterschiedlich aufgefasst wird und gerade in Frauen manchmal ein dumpfes Gefühl hinterlässt - weil scheinbar eine Rangordnung dargestellt wird, die den Wert der Frau zu mindern scheint. Das das Gegenteil der Fall ist und warum ich aus diesen Zeilen oft Kraft, Mut und Zuversicht schöpfe will ich mit Euch teilen. Und mehr noch - warum in ihnen das Geheimnis um den Wandel der Herzen unserer Männer verborgen liegt. 

Lasst uns erstmal die Bibelstelle lesen:


Einer ordne sich dem anderen unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus. Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn (Christus) denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Kirche ist; er hat sie gerettet, denn sie ist sein Leib. Wie aber die Kirche sich Christus unterordnet, sollen sich die Frauen in allem den Männern unterordnen. Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie im Wasser und durch das Wort rein und heilig zu machen.[...] Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche. Was euch angeht, so liebe jeder von euch seine Frau wie sich selbst, die Frau aber ehre den Mann. (Epheser 5, 21-32)

Für mich liegt eine unglaubliche Schönheit in diesen Zeilen. Ich stelle mir die ganze Frage der Unterordnung immer in unserem dreieinigen Gott vor - so wie Vater, Sohn und Heiliger Geist sich in gegenseitiger Liebe einander unterordnen, so dürfen auch wir das tun. Spannend finde ich den letzten Satz: Der Mann soll seine Frau lieben, die Frau soll den Mann ehren. Ich denke Paulus meinte damit nicht, dass es umgekehrt nicht sein sollte, sondern er legt den Finger in die Wunde und betonte den Aspekt, der Frauen und Männern jeweils schwerer fällt. Mir zumindest fällt es viel leichter meinen Mann zu lieben, als ihn zu ehren. Bei mir trifft Paulus ins Schwarze. 
Ich habe versucht diese Bibelstelle zu zeichnen, um sie mir deutlicher vor Augen zu führen:

Ihr sollt aber wissen, dass Christus das Haupt des Mannes ist, 
der Mann das Haupt der Frau und Gott das Haupt Christi. (1.Kor 11,3)

Die Bibelstelle unter dem Bild korrespondiert mit den Zeilen aus Epheser. Ich möchte diese Zeilen nicht theologisch auseinander nehmen, auch wenn das sehr lohnend wäre, sondern den Blick auf einen Hauptaspekt wenden, der für uns Ehefrauen ein oft ungenutzter und unerkannter Hebel ist: Christus ist das Haupt des Mannes.

Viel zu oft nehmen wir den falschen Weg, wenn es darum geht das Herz unserer Männer zu bewegen. Wir sprechen mit ihnen, klagen, jammern, flirten, säuseln, bitten und schimpfen. Und nichts ändert sich. Oft geschieht sogar das Gegenteil und die Situation scheint sich zu verhärten bzw. der Widerwille unseres Mannes in einer bestimmten Situation scheint noch zu wachsen. Und wir mühen uns ab und versuchen eine Taktik nach der anderen. Umsonst. Ein anderer Weg ist in diesen Bibelversen verborgen. Wenn wir wirklich wollen, dass sich im Herzen unserer Männer etwas ändert, dann müssen wir uns an seinen Chef wenden. Weil dieser die Vollmacht und Autorität hat sein Herz wirklich zu wandeln und das Unmögliche möglich zu machen. Gott liebt das Gebet aus dem liebenden, sehnsuchtsvollen Herzen einer Ehefrau.

Ich durfte das schon oft erfahren - hier nur ein kleines Beispiel:

Schon seit Beginn unserer Ehe, hatte ich die Sehnsucht, dass wir in unserem gemeinsamen Gebet auch das Wort Gottes lesen. Also begann ich es einzuführen und zog jeden Abend die Bibel hervor. Aber mein Herz hatte keinen Frieden und ich merkte, dass ich mir eigentlich wünschte mein Mann würde diesen Teil übernehmen bzw. generell auch die Leitung des Gebets in die Hand nehmen. Ich versuchte mein Anliegen erst zwischen den Zeilen zu kommunizieren, dann direkt und manchmal auch fordernd und bisschen anklagend. Und es war zunehmend frustrierend, ich wurde immer unzufriedener und es änderte nichts. Schließlich besann ich mich auf unsere Ehevorbereitung in dem die oben genannte Ordnung eine Rolle spielte. Ich legte also die Bibel weg, zog sie auch nicht mehr hervor und erwähnte das Thema nicht weiter. Gleichzeitig begann ich zu beten, dass Gott in meinen Mann die Sehnsucht nach seinem Wort wachrufen möge. Nach einigen Wochen hatte er am Abend beim gemeinsamen Gebet plötzlich die Bibel in der Hand und meinte wir könnten doch anfangen während unserem Abendgebet das Johannesevangelium durchzulesen...
Halleluja!
Seitdem hat er eindeutig seinen Stand eingenommen und leitet als Priester und König unserer Familie unser Gebet. Was das zusätzlich in mir freigesetzt hat, werde ich ein anderes Mal berichten.

Drei Punkte:
1, Ich musste den Raum frei geben auf die Gefahr hin, dass er ihn NICHT einnehmen würde.
2, Ich musste mich an Gott wenden in den Vertrauen, dass er die Dinge wendet OHNE mein Zutun.
3, Indem ich bete, wandelt Gott auch mein Herz (was oft schon alle Ursache für ein Problem beseitigt)

Ich bete heute für Euch Ehefrauen, dass ihr den Blick wieder neu auf Christus wendet und dadurch neue Freiheit in Eurer Ehe erfahren dürft.

Seid gesegnet





Beim Namen gerufen

In letzter Zeit begegnet es mir immer häufiger, dass Eltern ihren Kindern bereits im Mutterleib ihren Namen geben. Anfangs fand ich das etw...